Gronau (dapd-nrw). Der Wettbewerb ist Höhepunkt eines Wochenendes, das sich intensiv mit dem Thema 'Barbecue' auseinandersetzt. Rund 100.000 Gäste werden erwartet.
Die rustikale Hobby-Griller-Devise 'Steak auf den Rost, Bier drüber und gut ist's' reicht für Teams da sicher nicht aus, um Weltmeister zu werden. 'In fast jedem Team ist mindestens ein 'Profi', also jemand, der beruflich aus dem Lebensmittelsektor kommt', sagt Ernst Büttner von der ausrichtenden German Barbecue Association (GBA). Wer die 30.000 Euro Preisgeld gewinnen will, muss akribisch ein 'strenges Regelwerk' einhalten. Das hat dann kaum noch etwas mit Entspannung und Freizeitvergnügen zu tun.
Zur Zubereitung des fünfgängigen Menüs sind ausschließlich Holz-, Holzkohle- und Pelletsgrills zugelassen. Viele Teams bringen ihren eigenen Smoker oder Kugelgrill mit, um dann auf dem zugewiesenen fünf mal sechs Meter großen Wettkampfareal virtuos die geforderten Gerichte zu garen: Spareribs mit Brotbeilage, Hähnchen mit einer Tomate, Schweineschulter mit einem Maiskolben, Rinderbrust mit einer Kartoffel und Schnittlauchquark sowie ein frei wählbares Dessert, das aber zu mindestens 60 Prozent auch auf dem Grill zubereitet sein muss.
Jeweils elf Portionen müssen serviert werden. Ob die - wie erwartet - an Gourmet-Küche heranreichen, beurteilt eine internationale Fachjury. An ihrer Spitze steht GBA-Geschäftsführer Harald Hölzer. Zusammen mit 300 weiteren Juroren beurteilt er Aussehen und Geschmack des Gebrutzelten sowie die Zartheit des Fleisches.
Auf ein gutes Abschneiden hofft auch die Mannschaft Event BBQ aus dem Bergischen Land. Die Truppe in schwarzen T-Shirts und bordeauxroten Schürzen war 2004 bereits deutscher Vizemeister. Trotz der jahrelangen Erfahrung im Wettkampf-Grillen hat sie sich akribisch vorbereitet und ausgiebig trainiert, zuletzt am vergangenen Montag. 'Experimentell haben wir uns den richtigen Garzeiten genähert', erklärt Thomas Vöpel eine der Hauptschwierigkeiten, vor denen die Starter im münsterländischen Gronau stehen werden.
Nervös sind deshalb aber auch die fünf Mitglieder von 'Gut Glut' aus Rösrath und Mülheim an der Ruhr nicht. Der Freundeskreis hat sich beim Hobby-Brutzeln mit dem 'bazillus grillus' infiziert, skizziert Michael Hofmann die Anfänge. Daraus entstand eine Leidenschaft, die 2008 und 2009 den Titel 'Barbecue Champion oft the World' einbrachte.
Dass in beiden Teams jeweils nur eine Frau ist, ist symptomatisch, denn bei der Grill-Weltmeisterschaft sind die Frauen eindeutig in der Unterzahl. Das Klischee vom vorwiegend männlichen Feierabendspaß ist inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen. Das starke Geschlecht fühle sich dabei in die urzeitliche Rolle des Jägers zurückversetzt und in seiner hierarchischen Spitzenposition bestätigt, erklärt Nina Degele, Professorin für empirische Geschlechterforschung in der Soziologie an der Universität Freiburg.
dapd


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