Dresden (ddp-lsc). Grünen-Parteichef Cem Özdemir hat sich dafür ausgesprochen, das Waffenrecht stärker als von der großen Koalition geplant zu verschärfen. «Die leichte Verfügbarkeit von Schusswaffen in privaten Haushalten» sei der entscheidende Punkt, an dem man zur Verhinderung von Gewalteskalationen an Schulen ansetzen müsse, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Dresden bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Liedermacher Gerhard Schöne.

Schöne hatte sich nach dem Amoklauf von Winnenden am 11. März mit einer Initiative «Sportwaffen sind Mordwaffen» an die Öffentlichkeit gewandt. Aus Protest hatte der in Meißen lebende Künstler seine beiden schulpflichtigen Söhne zunächst nicht zur Schule geschickt.

Schöne forderte am Dienstag erneut eine Reduzierung der «etwa acht Millionen tötungsfähiger Sportwaffen» in Deutschland, um zu verhindern, dass «Jugendliche sich damit erneut ihrer Wut» entledigten. Er wolle weiterhin Unterschriften für eine entsprechende Petition an den Bundestag sammeln.

Auch Johannes Lichdi, Grünen-Abgeordneter im sächsischen Landtag, sprach sich gegen die «Pflege einer Waffenkultur» aus und forderte eine «getrennte Lagerung von Waffen und Munition». Insbesondere Sportschützenvereine seien aufgerufen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Zudem sei die Einführung eines bundesweiten, elektronischen Schusswaffenregisters dringend notwendig.

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