Stuttgart (ddp-bwb). Frauen sind in den baden-württembergischen Kommunalparlamenten noch seltener vertreten als in den Parlamenten auf Landes-, Bundes- und Europaebene. In den Gemeinderäten des Landes sind 21 Prozent Frauen und in den Kreistagen nur gut 15 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Im Bundestag seien dagegen 32 Prozent Frauen gewählt, im Europaparlament liege der Frauenanteil bei 30 Prozent, im Landtag bei knapp 24 Prozent.
Dabei seien in Baden-Württemberg 52 Prozent der Wahlberechtigten Frauen und nur 48 Prozent Männer, sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Carmina Brenner. Als eine Ursache für die geringe Frauenquote nannte sie die wenigen Bewerbungen von Frauen um ein Mandat, oder auch die Aufnahme von zu wenig Frauen in die Kandidatenlisten. So habe der Frauenanteil an den Kandidaten der Gemeinderatswahlen im Jahr 2004 bei lediglich gut 28 Prozent gelegen, bei den Kreistagswahlen bei gut 27 Prozent. Auch seien Frauen bei Kommunalwahlen weniger erfolgreich als Männer.
Je nach Partei zeigen sich den Angaben zufolge Unterschiede im Frauenanteil. So stellten die Wählervereinigungen rund vier von zehn gewählten Gemeinderätinnen, knapp ein Viertel die CDU und etwa ein Fünftel die SPD. Die Grünen kamen landesweit nur auf 247 Gemeinderätinnen. Das waren sechs Prozent der gewählten Gemeinderätinnen.
Mit wachsender Gemeindegröße steigt auch die Präsenz der Frauen im Rathaus. Im Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart liegt der Frauenanteil bei 43,3 Prozent.
Am 7. Juni 2009 finden in Baden-Württemberg die unter dem Begriff »Kommunalwahlen« zusammengefassten Wahlen der Gemeinde- und Ortschaftsräte, der Kreisräte sowie die Wahl zur Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart statt.
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