Hannover (ddp-nrd). Der Vorsitzende des Asse-Untersuchungsausschusses im niedersächsischen Landtag, Jens Nacke (CDU), wird wegen seiner Absage der für Donnerstag angesetzten zweiten Zeugenvernehmung heftig kritisiert. Die Obleute der Opposition in dem Kontrollgremium bezeichneten die kurzfristige Absage als «skandalös».

Der Obmann der Grünen, Stefan Wenzel, kritisierte, Nacke agiere als Ausschussvorsitzender nicht eigenständig, sondern «als Werkzeug der Regierungsfraktionen». CDU und FDP wollten offenbar die Arbeit des Ausschusses behindern.

Nacke hatte am Mittwoch die Vernehmung ehemaliger Energie- und Nuklearexperten im Bundeswissenschaftsministerium kurzfristig abgesagt, weil sich alle drei Zeugen im Ausland befänden. Kurz nach Bekanntgabe der Absage hatten Oppositionsvertreter moniert, Nacke sei augenscheinlich nicht gewillt gewesen, andere Zeugen, deren Anhörung bereits beschlossen sei, nachzuladen. Wenzel sagte: «Hier zeigt sich eine Arroganz von Macht, die ich so nicht akzeptieren will».

Der Obmann der SPD, Detlef Tanke, und der Obmann der Linken, Kurt Herzog, rügten, CDU und FDP hätten zu alte oder zu unwichtige frühere Funktionsträger als Zeugen geladen. Auch werde nach dem jetzigen Plan bis Weihnachten kein landespolitisch Verantwortlicher für die Asse vernommen. Dies sei «ein unglaublicher Vorgang», sagte Tanke. Herzog betonte: «Die Menschen nahe der Asse erwarten Aufklärung, und zwar schnell.»

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