DJ XETRA-SCHLUSS/Kaum verändert - Keine Griechenland-Euphorie im DAX FRANKFURT (Dow Jones) Kaum verändert ist der deutsche Aktienmarkt am Montag aus dem Handel gegangen. Nach kräftigen Auftaktgewinnen angesichts des Rettungspakets für das überschuldete Griechenland gab der DAX seine Gewinne im Tagesverlauf wieder ab. Das deutsche Börsenbarometer schloss nur einen Punkt höher bei 6.251 Punkten. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 113,5 (Freitag: 94,7) Mio Aktien im Wert von rund 2,43 (Freitag: 2,96) Mrd EUR. Zwischenzeitlich erzielte der DAX jedoch bei 6.285 Punkten ein neues Jahreshoch. Händler führten die verhaltene Entwicklung auf den Beginn der US-Berichtssaison zurück. Am Montagabend legt der Aluminiumhersteller Alcoa traditionell als erstes US-Unternehmen seine Zahlen vor. "Jetzt kommt es darauf an, ob das Hilfsprogramm den Markt so beeindruckt, dass die Griechen um eine tatsächliche Inanspruchnahme herumkommen", erklärte UniCredit-Kreditanalyst Philip Gisdakis die schnell verflogene Euphorie. Das "Bauchgefühl" sage ihm aber, dass die Investoren das Land an der Kandare des IWF sehen wollten. Die Länder des Euroraums hatten sich am Wochenende auf ein Rettungspaket mit einem Volumen von 30 Mrd EUR verständigt. Griechenland kann diese Mittel nach Bedarf abrufen. Der Zinssatz beträgt 5% und liegt damit deutlich unter dem, was die Hellenen derzeit für ihre Refinanzierung an den Kapitalmärkten zahlen müssen. Damit haben sich die Chancen Griechenlands merklich verbessert, den Staatshaushalt in den kommenden Jahren zu sanieren. Aus charttechnischer Sicht trifft der DAX im Bereich von 6.420/50 Punkten auf Widerstand. Unterstützung findet sich auf dem Niveau vom 6.055 Punkten. Als Profiteure des Hilfsprogramms für Griechenland legten die Banken leicht zu. Unter anderem stiegen Commerzbank um 0,5% auf 6,37 EUR und Deutsche Bank um 0,4% auf 58,31 EUR. Die heimischen Kreditinstitute haben vergleichsweise stark in Staatsanleihen des Landes investiert, ein Ausfall der Hellenen hätte den bereits von der Immobilien- und Kreditkrise gebeutelten Unternehmen zusätzliche Abschreibungen auf neue notleidende Kredite beschert. Positiv wirkte zudem die Nachricht, die schweizerische Großbank UBS habe im ersten Quartal einen Gewinn von 2,5 Mrd CHF verzeichnet. Für Infineon ging es dagegen um 3,4% nach unten auf 5,02 EUR. BoA-Merrill Lynch hat die Titel auf "Underperform" von "Neutral" herabgestuft. Vor allem in der ersten Jahreshälfte biete die Aktie zwar noch Potenzial, im zweiten Halbjahr müsse jedoch mit einer Korrektur gerechnet werden, so die Mahnung der Analysten. Selbst die überraschende Adhoc von Infineon über ein starkes zweites Quartal und die wahrscheinliche Anhebung der Jahresprognose konnten den Kurs nur kurzzeitig stützen. Die meisten DAX-Schwergewichte zeigten sich indes kaum bewegt und ohne klare Branchentendenzen. So verloren VW 0,7% und Siemens 0,1%. Mit 0,8% Plus auf 35,12 EUR konnten indes BMW im grünen Bereich schließen. Merck KGaA gaben um 1,2% oder 0,76 EUR auf 60,81 EUR nach. Die Aktie wurde allerdings mit einem Dividendenabschlag von 1,00 EUR gehandelt und lag damit rechnerisch im Plus. BASF verbilligten sich um 0,1% auf 46,92 EUR. "Aus strategischer Sicht sinnvoll, der zuletzt kolportierte Preis erscheint mit aber zu hoch", kommentierte Bankhaus-Metzler-Analyst Lars Hettche die Berichte über ein neuerliches Interesse des Unternehmens an Cognis. Im MDAX legten SGL Carbon um 2,9% auf 24,58 EUR zu. Hier setzen Anleger weiter auf einen Ausbau des Karbon-Geschäftes. Im TecDAX setzten sich Roth & Rau mit plus 5,4% auf 27,15 EUR an die Spitze der Gewinnerliste. DJG/mod/ros Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
(END) Dow Jones Newswires April 12, 2010 12:06 ET (16:06 GMT) Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.































