Mappus bedankte sich und sprach von einem «Vertrauensvorschuss» und einem «tollen Start». Er werde sich nun «gnadenlos reinhängen», um im Frühjahr 2011 bei der Landtagswahl ein gutes Ergebnis zu erzielen. Es gebe «eine Menge zu tun». Die Abstimmung habe gezeigt, dass die CDU eine «homogene Partei» sei, «wenn es drauf ankommt», auch wenn nicht immer alle einer Meinung seien.

Mappus war bislang einer von drei Vize-Landesvorsitzenden und ist amtierender Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag. Er kündigte an, vor allem die Stimmungen an der Basis aufzunehmen. Er wolle «den Finger an den politischen Puls der Menschen legen». Die CDU habe als «einzige verbliebene Volkspartei» eine «einzigartige Sonderstellung». Sie stehe auf einem «christlichen Wertefundament». Zudem wolle er den Sparkurs weiterverfolgen. «Das Prinzip Nettonull bleibt Richtschnur unserer Politik», betonte der neue CDU-Landeschef. Ein weiterer Schwerpunkt bleibe die Bildung. «Bildungspolitik wird Wahlen entscheiden», sagte er.

An seinen Vorgänger gewandt sagte Mappus: «Günther Oettinger wird Deutschland und Baden-Württemberg in Brüssel kraftvoll vertreten». Er danke Oettinger für alles, was dieser «geleistet, geschaffen und bewirkt» habe. Der scheidende Regierungschef will sich in Brüssel noch als Ministerpräsident vorstellen, um nicht «überheblich» zu wirken, sagte er. Daher ist der Zeitpunkt für den Wechsel im Regierungsamt noch unklar. Mappus kündigte an, bis dahin eng mit Oettinger zusammenzuarbeiten. Zu einer möglichen Umbildung es Kabinetts will er sich nicht äußern, bevor er im Amt ist.

Oettinger sagte, mit der Kür des Spitzenkandidaten schaffe die Südwest-CDU «Klarheit zu einem frühen Zeitpunkt». Mappus «ist noch jung an Jahren», aber «er bringt alles mit, was man für das höchste Amt in Baden-Württemberg braucht». Der Parteitag bereite die «Zukunft des Landes vor». Die Botschaft des Tages müsse lauten: «Handlungsfähigkeit und Geschlossenheit». Oettinger räumte ein: «Ich gehe mit etwas Wehmut.» Aber die Ämter im Südwesten seien «unvereinbar» mit seiner neuen Aufgabe.

CDU-Generalsekretär Strobl erhielt 82,77 Prozent der abgegebenen 354 Stimmen. Er sprach von einem «ganz besonderen Parteitag» mit einem «Stabwechsel». Von dem Parteitag solle eine «klare Botschaft» ausgehen: «Die CDU Baden-Württemberg ist stark und kraftvoll, sie ist geschlossen und entschlossen.» Der übrige Landesvorstand soll am Samstag gewählt werden. Laut Strobl handelte es sich um den am besten besuchten Landesparteitag in der Geschichte der Südwest-CDU. Zu knapp 400 Delegierten kamen rund 200 Gäste und 100 Medienvertreter.

(Quellen: alle in Friedrichshafen)

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