Magdeburg (ddp). Der Prozess wegen des Überfalls einer Gruppe Rechtsextremer auf eine Theatertruppe im sachsen-anhaltischen Halberstadt vor zwei Jahren wird neu aufgerollt. Ein Sprecher des Landgerichts Magdeburg sagte am Dienstag auf ddp-Anfrage, das Berufungsverfahren gegen einen der Schläger beginne am 17. August. Vorerst seien elf Verhandlungstage angesetzt. Am 22. September werde der Prozess voraussichtlich abgeschlossen, hieß es weiter.
Nachdem er im Mai 2008 als einziger Tatbeteiligter wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden war, hatte der heute 24-Jährige Berufung gegen das Urteil eingelegt. Auch Staatsanwaltschaft und Nebenklage wenden sich nach Angaben eines Gerichtssprechers gegen den Richterspruch. Im ersten Prozess hatte der junge Mann ein Teilgeständnis abgelegt. Der Angeklagte ist den Angaben zufolge unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten vorbestraft. Vorstrafen wegen rechtsgerichteter Straftaten existierten nicht. Drei Mitangeklagte waren aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.
In der Nacht auf den 9. Juni 2007 hatte eine Gruppe Rechtsextremer 14 junge Schauspieler überfallen, die in Halberstadt ihre Premiere des Kult-Musicals «Rocky Horror Picture Show» im Bergtheater Thale feiern wollten. Der Überfall, bei dem fünf Schauspieler schwer verletzt wurden, hatte bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Kritik hatte es nach dem Überfall auch am Agieren der Halberstädter Polizei gegeben, die den Hauptverdächtigen, einen auf Bewährung entlassenen, einschlägig vorbestraften 22-Jährigen, nach Überprüfung der Personalien laufenließ, obwohl ihn die Opfer am Tatort identifiziert hatten.
(ddp)


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