Die Polizei registrierte 2009 mit insgesamt 1,45 Millionen Straftaten (plus 0,4 Prozent) nahezu gleich viele Straftaten wie im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 50,8 Prozent. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Es ist damit die höchste Aufklärungsquote seit 1963. Bei den schweren und gefährlichen Körperverletzungen gab es einen leichten Rückgang um 146 Fälle auf 36 005 (minus 0,4 Prozent).

Die Fälle von vorsätzlicher leichter Körperverletzung stiegen um 2887 auf 82 932 (plus 3,6 Prozent) an. Der Anstieg liege aber auch daran, dass heute öfter als früher Strafanzeige gestellt werde.

Eine leicht positive Entwicklung gab es auch bei der Jugendkriminalität. Bei den jungen Mehrfachtatverdächtigen unter 21 erreichte die Zahl den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. «Die Projekte und Konzepte, die die Polizeibehörden in den letzten Jahren entwickelt haben, wirken. Es gelingt damit zum einen, kriminelle Karrieren von jungen Menschen zu beenden und zum anderen, Jugendliche vor solchen Karrieren zu bewahren», lobte Wolf. In enger Kooperation mit Kommunen, Justiz und Schulen würden Problemfälle bearbeitet. «Nur gemeinsam kann Jugendkriminalität wirksam bekämpft werden», sagte Wolf.

Insgesamt ermittelte die Polizei 136 501 Tatverdächtige unter 21 Jahren. Das sind 2,6 Prozent weniger Tatverdächtige (minus 3637) als im Jahr davor. Gegen 21 708 wurde wegen einer Gewalttat wie Raub oder Körperverletzung ermittelt. Das entspricht einem Anteil von 0,85 Prozent dieser Altersgruppe. Bei den jungen Tätern gebe es nur eine «kleine Problemgruppe, die aber exzesshaft» Gewalt ausübe, sagte der Innenminister weiter.

Es sei ein weitverbreiteter «Irrglaube», dass es heute in der Gesellschaft mehr Gewalt gebe als in der Vergangenheit, sagte Landeskriminaldirektor Rolf Behrendt.

Die Zahl der Diebstähle nahm insgesamt um rund 3,8 Prozent auf 637 148 ab (minus 24 834). Den deutlichsten Rückgang gab es bei den schweren Diebstahlsdelikten. 25 029 vollendete Wohnungseinbrüche wurden 2009 angezeigt, das waren 1878 mehr als im Vorjahr (plus 8,1 Prozent). Langfristig sei aber auch hier der Trend rückläufig.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte weitere Schritte zur Bekämpfung von Vermögensdelikten. Deren Zahl stieg im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent auf 268 570. Die Zahl der über das Internet begangenen Straftaten nahm sogar um 27,1 Prozent zu. «Um diesen Trend zu brechen, muss die Strafverfolgung im Internet verstärkt werden», sagte GdP-Landeschef Frank Richter.

(Quellen: Wolf und Behrendt in Düsseldorf; GdP in Mitteilung)

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