US-Medien: US-Banken müssen Milliarden für Hypothekenpfusch zahlen: NEW YORK (dpa-AFX) - Hunderttausende schuldengeplagte und teils von den Banken aus ihren Häusern vertriebene US-Amerikaner können auf Erleichterung hoffen: Nach US-Medienberichten hat sich das US-Justizministerium mit fünf großen Kreditinstituten des Landes auf einen 26 Milliarden Dollar schweren Vergleich verständigt. Demnach können Hausbesitzer mit Schecks von jeweils 1.500 bis 2.000 Dollar rechnen sowie mit verbesserten Kreditbedingungen.
Vergrößern US-Medien: US-Banken müssen Milliarden für Hypothekenpfusch zahlen | Bild: © ad-hoc-news

Die Hilfen summierten sich nach letzten Schätzungen auf 20.000 Dollar je Einzelfall, berichtete die "New York Times" in ihrer Donnerstagausgabe. Justizminister Eric Holder hat für 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr deutscher Zeit) zu einer Pressekonferenz geladen. Details des Vergleichs nannte er in der Einladung nicht. Nach Angaben des "Wall Street Journal" handelt es sich bei den Kreditinstituten um die Bank of America , die Citigroup , JPMorgan Chase, Wells Fargo und Ally Financial. Die Banken selbst äußerten sich nicht.

Hintergrund des Vergleichs sind fehlerhafte Zwangsvollstreckungen von Häusern sowie die hohen Kreditbelastungen vieler Amerikaner. Das Problem rührt noch aus der Immobilienblase vor dem Jahr 2007 her, als die Häuserpreise immer weiter gestiegen waren und selbst diejenigen noch Kredit bekamen, die kein Geld auf der Tasche hatten. Dann platzte die Blase: Die teuer gekauften Eigenheime verloren rasant an Wert und die gleichzeitig einsetzende Wirtschaftskrise ließ viele Menschen arbeitslos werden. Folge war, dass die Menschen ihre Raten nicht mehr zahlen konnten und ihr Haus verloren.

Bei den Pfändungen gingen die Banken jedoch nach Ansicht von US-Staatsanwälten schlampig vor. In vielen Fällen soll angesichts der schieren Masse nicht einmal mehr ein Sachbearbeiter drübergeschaut haben - er setzte einfach seine Unterschrift unter die Dokumente. Die Praxis wurde als "robo-signing" (zu deutsch: roboterhaftes Unterschreiben) bekannt. Die Ermittlungen laufen seit längerem. Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Martha Coakley, hatte jüngst auch Klage gegen einige Großbanken eingereicht.