Musik, Deutschland

Ein König des deutschen Schlagers ist tot.

04.07.2017 - 07:28:06

Goldene Schlagergeneration - «Du kannst nicht immer 17 sein» - Chris Roberts ist tot. Chris Roberts, der in den 70ern mit Evergreens wie «Ich bin verliebt in die Liebe» unzählige Mädchenherzen eroberte, verkaufte 11 Millionen Platten. Der Mann, der so viele deutsche Hits sang, war erst seit wenigen Monaten Deutscher.

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts bei der ZDF-Livesendung «Willkommen bei Carmen Nebel» am 11.11.2006. Foto: Andreas Lander

    Chris Roberts bei der ZDF-Livesendung «Willkommen bei Carmen Nebel» am 11.11.2006. Foto: Andreas Lander

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts tritt am 08.10.2005 beim Auftakt der «Kult-Hitparade auf Tour» im Kölner Gürzenich auf. Foto: Jörg Carstensen

    Chris Roberts tritt am 08.10.2005 beim Auftakt der «Kult-Hitparade auf Tour» im Kölner Gürzenich auf. Foto: Jörg Carstensen

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Istvan Bajzat

    Der deutsche Schlagersänger Chris Roberts («Du kannst nicht immer 17 sein») im September 1981. Foto: Istvan Bajzat

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Die Sänger Jürgen Drews, Chris Roberts und Michael Holm (v.l.) feiern 2014 beim «Promi-Wiesn-Treff 2014» auf dem 181. Oktoberfest in München. Foto: Ursula Düren

    Die Sänger Jürgen Drews, Chris Roberts und Michael Holm (v.l.) feiern 2014 beim «Promi-Wiesn-Treff 2014» auf dem 181. Oktoberfest in München. Foto: Ursula Düren

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts, Daliah Lavi, Roy Black und vorn die Norwegerin Anita Hegerland (v.l.) nach der Löwen-Verleihung 1972 in der Westfalenhalle in Dortmund. Foto: Hans Dürrwald

    Chris Roberts, Daliah Lavi, Roy Black und vorn die Norwegerin Anita Hegerland (v.l.) nach der Löwen-Verleihung 1972 in der Westfalenhalle in Dortmund. Foto: Hans Dürrwald

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Hartmut Reeh

    Als Musik noch analog war: Chris Roberts 1973 in seiner Wohnung in Krailing bei München beim Hören von Schallplatten. Foot: Hartmut Reeh Foto: Hartmut Reeh

  • Chris Roberts gestorben - Foto: Istvan Bajzat

    Chris Roberts (l.) und Rex Gildo (M.) auf dem Deutschen Filmball am 17.01.1974 in München. Foto: Istvan Bajzat

Chris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts bei der ZDF-Livesendung «Willkommen bei Carmen Nebel» am 11.11.2006. Foto: Andreas LanderChris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts tritt am 08.10.2005 beim Auftakt der «Kult-Hitparade auf Tour» im Kölner Gürzenich auf. Foto: Jörg CarstensenChris Roberts gestorben - Foto: Istvan BajzatChris Roberts gestorben - Foto: Die Sänger Jürgen Drews, Chris Roberts und Michael Holm (v.l.) feiern 2014 beim «Promi-Wiesn-Treff 2014» auf dem 181. Oktoberfest in München. Foto: Ursula DürenChris Roberts gestorben - Foto: Chris Roberts, Daliah Lavi, Roy Black und vorn die Norwegerin Anita Hegerland (v.l.) nach der Löwen-Verleihung 1972 in der Westfalenhalle in Dortmund. Foto: Hans DürrwaldChris Roberts gestorben - Foto: Hartmut ReehChris Roberts gestorben - Foto: Istvan Bajzat

Nümbrecht/Berlin - Mit Hits wie «Du kannst nicht immer 17 sein» wurde er zur Schlagerlegende - jetzt ist Sänger Chris Roberts gestorben. Eine Mitarbeiterin bestätigte am Montagabend eine entsprechende Mitteilung seines Managements. Demnach starb Roberts nach einer Krebserkrankung in einer Klinik in Berlin.

Der Künstler, der zuletzt in Nümbrecht in Nordrhein-Westfalen lebte, wurde 73 Jahre alt. Er gehörte mit Udo Jürgens, Rex Gildo und Roy Black zur Goldenen Generation des deutschen Schlagers.

Roberts, ein studierter Ingenieur, der eigentlich Christian Klusacek hieß, hatte in den 70er Jahren eine Reihe von Erfolgen. Dazu zählten «Ich bin verliebt in die Liebe» (1970), «Hab ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe» (1971), «Ich mach ein glückliches Mädchen aus Dir» (1974) und «Du kannst nicht immer 17 sein» (1974). Insgesamt verkaufte Roberts rund 11 Millionen Schallplatten.

«Er wurde mit Platin- und Gold-LPs, Bravo-Ottos, Goldenen Europas, Ehrenantennen, Löwen, Goldene Stimmgabeln ebenso wie mit Bambis ausgezeichnet, war auf mehr als 50 Titelblättern von Bravo bis Bunte vertreten und war der absolute Mädchenschwarm», erinnerte sein Management an die Glanzzeiten. «Allein in der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck hatte er seit 1969 in 12 Jahren 65 Auftritte, platzierte sich 13-mal als Nummer 1 und avancierte damit zum ungekrönten Hitparadenkönig. Mehr als 20 seiner Titel landeten in den Charts.»

Auch als Schauspieler war Chris Roberts sehr beliebt. Er war in mehreren Komödien und Schwänken als smarter Herzensbrecher zu sehen, darunter in «Wenn die tollen Tanten kommen» (1970) neben Rudi Carrell und Ilja Richter, «Wenn jeder Tag ein Sonntag wär» (1973) neben Ireen Sheer und Heinz Reincke sowie in «Sunshine Reggae auf Ibiza» (1983) neben Karl Dall.

Der gebürtige Münchner, dem der deutsche Schlager so viele Evergreens zu verdanken hat, hatte erst seit wenigen Monaten einen deutschen Pass. Er war bis zu seinem 73. Lebensjahr staatenlos, weil er 1944 in Nazi-Deutschland als Sohn einer deutschen Mutter und eines jugoslawischen Vater zur Welt gekommen war. Die Eltern durften in der Nazi-Zeit nicht heiraten, so dass in Roberts' Geburtsurkunde 1944 der Vermerk «ungeklärte Staatsangehörigkeit» eingetragen wurde. «Sein größter Herzenswunsch wurde noch kurz vor seinem Tod erfüllt: Am 20. April 2017 erhielt Chris Roberts die Deutsche Einbürgerungsurkunde, vier Tage später den Deutschen Pass», berichtete sein Management.

@ dpa.de