Ausstellungen, Kunst

Jahrhundertelang reisten Touristen und Wissenschaftler nach Palmyra, um die von Römern, Griechen und Persern geprägte einzigartige Kulturstätte zu bewundern.

08.03.2017 - 14:12:06

Rekonstruktion - Museum lässt Palmyra wiederaufleben. Dann zerstörte die Terrormiliz IS Tempel und Säulen.

Hannover - Nach der Zerstörung antiker Monumente in Palmyra durch die Terrormiliz IS lässt das Museum August Kestner in Hannover die Oasenstadt wiederaufleben. Ausgangspunkt der Ausstellung «Palmyra. Was bleibt? Syriens zerstörtes Erbe» sind von diesem Donnerstag an rund 20 Zeichnungen des französischen Archäologen Louis-François Cassas (1756-1827).

Seine Arbeiten spiegelten noch heute auf atemberaubende Weise die einstige Schönheit und Faszination der antiken Monumente wider, sagte Kuratorin Anne Viola Siebert am Mittwoch. «Unser Ziel ist es, durch unterschiedliche Sichtweisen auf den Zustand Palmyras Spannung zu erzeugen und so auf den unerträglichen Kulturgutverlust hinzuweisen.»

Der sogenannte Islamische Staat hatte 2015 das Unesco-Weltkulturerbe schwer beschädigt und zahlreiche Menschen ermordet - darunter den 81-jährigen früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled Asaad. Den eher idealisierenden Zeichnungen der antiken Ruinenstadt von Cassas werden aktuelle Aufnahmen des libanesischen Fotografen Joseph Eid gegenübergestellt. Eid reiste mehrfach nach Palmyra und dokumentierte 2016 die vom IS verursachten Verwüstungen mit Fotos in der Hand, die er zwei Jahre vor den Angriffen an gleicher Stelle aufgenommen hatte.

Die aktuellen Fotografien sowie ein Modell aus Kork des Modellbauers Dieter Cöllen eröffnen neue Perspektiven auf das Kulturdenkmal. Die Cassas-Zeichnungen dagegen waren bereits Anfang des Jahres im Kölner Walraff-Richartz-Museum zu sehen. Die bis zum 9. Juli laufende Schau in Hannover zeigt jedoch weniger Zeichnungen und konzentriert sich auf den Baal-Tempel. Er gilt als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke im ersten Jahrhundert nach Christus im Nahen Osten.

Archäologische Objekte vervollständigen die Ausstellung. «So zeichnen wir beispielsweise anhand antiker Münzen aus diversen Prägestätten im einstigen "Syria" die große Ausdehnung und Bedeutung der neben Ägypten einst reichsten und einflussreichsten Provinz des römischen Imperiums nach», sagte Siebert. Darüber hinaus sind als Leihgaben des Kunsthistorischen Museums Wien antike Grabreliefs aus Palmyra mit Porträts verstorbener Bewohner zu sehen.

Zwischen Weihnachten und Mitte Januar gab es neue Verwüstungen in Palmyra, bei denen das in den 1960er Jahren rekonstruierte sogenannte Tetrapylon zerstört wurde, wie Kuratorin Siebert berichtet. Palmyra kommt vorerst nicht zur Ruhe: In der vergangenen Woche rückten syrische Regierungskräfte in die zuvor von der IS-Terrormiliz gehaltene historische Oasenstadt ein.

@ dpa.de

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