Leute, Monarchie

Prinz Philip will kürzer treten.

04.05.2017 - 13:22:05

Royaler Rentner - Buckingham-Palast: Prinz Philip geht in den Ruhestand. Der fast 96-Jährige wird demnächst keine offiziellen Termine mehr wahrnehmen. Ganz zurückziehen aus der Öffentlichkeit wird er sich aber nicht.

London - Großbritanniens Prinz Philip (95) will in den Ruhestand gehen. Das gab der Buckingham-Palast bekannt. «Der Herzog von Edinburgh hat beschlossen, vom Herbst an keine öffentlichen Verpflichtungen mehr wahrzunehmen», hieß es in einer Mitteilung des Palasts.

Er werde keine neuen Einladungen mehr annehmen. Von Zeit zu Zeit könne er sich aber dafür entscheiden, bei gewissen öffentlichen Veranstaltungen aufzutreten.

Königin Elizabeth II. (91) wolle weitermachen wie bisher, hieß es. «Ihre Majestät wird das volle Programm ihrer offiziellen Verpflichtungen fortführen mit der Unterstützung der königlichen Familie.»

Der Prinz habe die volle Unterstützung der Queen. Zuvor hatte der Buckingham-Palast seine Mitarbeiter kurzfristig zu einem dringenden Treffen zusammengerufen. Das Paar feiert im Herbst seinen 70. Hochzeitstag.

Die britische Premierministerin Theresa May dankte Prinz Philip für sein Engagement für das Land. Sie wolle ihre «tiefste Dankbarkeit und die besten Wünsche» zum Ausdruck bringen, hieß es in einer Mitteilung.

Experten rechnen damit, dass die Queen in Zukunft von Thronfolger Prinz Charles begleitet wird. Der 68-Jährige hat seine Mutter in den vergangenen Jahren immer häufiger bei Auslandsreisen und offiziellen Terminen vertreten. Auch Prinz William (34) und Prinz Harry (32) verstärkten ihr öffentliches Engagement in der jüngsten Zeit.

William und seine Ehefrau, Herzogin Kate (35), kündigten an, im Sommer ihren Lebensmittelpunkt nach London zu verlegen. Bislang wohnten die beiden mit ihren Kindern George (3) und Charlotte (2) in der ostenglischen Grafschaft Norfolk. Seinen Job als Pilot eines Rettungshubschraubers will William aufgeben.

Größere öffentliche Auftritte in der nahen Zukunft, bei denen Philip erwartet wird, sind die traditionelle Geburtstagsparade der Queen «Trooping the Colour» am 17. Juni und die Thronrede der Königin im britischen Parlament zwei Tage später.

Prinz Philip, der im Juni 96 Jahre alt wird, hatte noch am Mittwoch einen Cricketclub besucht und zeigte sich dort bestens gelaunt. Er ist Schirmherr oder Präsident von rund 800 Organisationen und Initiativen. Eines seiner wichtigsten Projekte ist der «Duke of Edinburgh Award», ein Preis für außergewöhnliche Leistungen junger Menschen in Bereichen wie Sport oder sozialem Engagement

Auch die Queen hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Ehrenämter an Familienmitglieder abgegeben, ist aber nach wie vor auf vielen Terminen und wirkt für ihr Alter erstaunlich rüstig.

Die Königin hatte am Mittwochnachmittag noch ein Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May im Palast. May hatte die Queen über die Auflösung des Parlaments unterrichtet. Die Briten wählen am 8. Juni ein neues Unterhaus.

Elizabeth und Philip sind seit November 1947 verheiratet, keine sechs Jahre später bestieg sie den Thron. Seitdem ist Philip nicht von ihrer Seite gewichen, eine viel versprechende Karriere in der britischen Marine brach er ab.

Am vergangenen Weihnachtsfest war das Ehepaar schwer erkältet und musste erstmals seit vielen Jahren dem Gottesdienst fernbleiben. Damals hatten sich die Briten große Sorgen um den Gesundheitszustand von Königin Elizabeth und Prinz Philip gemacht.

@ dpa.de

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