Essen & Trinken, Deutschland

Deutsche Küche sei längst mehr als Weißwurst, Labskaus und Leipziger Allerlei, lobt der neue Restaurantführer «Guide Michelin».

01.12.2016 - 18:44:06

«Bibel der Gourmets» - Mehr «Michelin»-Sterne für deutsche Spitzen-Restaurants. Von Jahr zu Jahr verteilt er mehr Sterne. Diesmal besonders im Rheinland.

Berlin - Deutschlands Gastro-Branche boomt weiter. Die Spitzen-Restaurants holten in diesem Jahr so viele «Michelin»-Sterne wie noch nie. Insgesamt 292 ausgezeichnete Häuser listet der am Donnerstag veröffentlichte «Guide Michelin» 2017 auf, zwei mehr als im Vorjahr.

Die deutsche Küche verbinde mehr und mehr Tradition und Moderne, lobt der Restaurantführer. Bei den zehn Restaurants mit der höchsten Wertung von drei Sternen änderte sich allerdings nichts.

Neu ausgezeichnet wurden 31 Restaurants, drei davon mit zwei Sternen: Das «Rutz» in Berlin, das «Opus V» in Mannheim und «Geisels Werneckhof» in München. Besonders viele Aufsteiger gab es im Rheinland - mit drei neuen Sterne-Restaurants in Düsseldorf und je zwei in Köln und Bonn. Berlin dagegen, das zuletzt als Gastro-Boomstadt galt, hat trotz zwei Neuzugängen nun ein Sterne-Restaurant weniger.

Der Hotel- und Restaurantführer des französischen Reifenherstellers gilt in Gourmetkreisen als «Bibel der Feinschmecker». Vor 51 Jahren hatten die ersten deutschen Restaurants ihren ersten Stern bekommen. Zwei Sterne gab es erstmals 1974 und drei Sterne 1980.

Am Abend soll das neue Buch in Berlin offiziell vorgestellt werden. Zuerst hatten die «Badische Neueste Nachrichten» über die Auszeichnungen in Baden-Württemberg berichtet.

Mit 74 ausgezeichneten Restaurants, davon zwei mit drei Sternen und 7 mit zwei Sternen, liegt Baden-Württemberg traditionell an der Spitze der Bundesländer. Es folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Für die Auszeichnung besuchen professionelle Testesser die Häuser, ohne dass die Köche von dem Probeessen wissen. Sie bezahlen ganz normal und geben sich nach dem Essen nur zu erkennen, wenn sie zusätzliche Informationen brauchen. Bewertet wird, was auf den Teller kommt, nicht das Drumherum. Es geht um die Qualität der Produkte, die fachgerechte Zubereitung und den Geschmack, die persönliche Note, das Preis-Leistungs-Verhältnis und eine immer gleichbleibende Qualität.

@ dpa.de