Union - (ddp-Wahlpaket - Interview) Energieexpertin: Atomkraft bremst Ausbau Erneuerbarer Energien
Berlin (ddp) Die von Union und FDP geplante Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke könnte nach Ansicht von Experten dem Ausbau der Erneuerbaren Energien schaden.
Berlin (ddp). Die von Union und FDP geplante Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke könnte nach Ansicht von Experten dem Ausbau der Erneuerbaren Energien schaden. «Wenn man die Laufzeiten verlängert, ist der Druck für den Ausbau neuer Energieformen weniger stark», sagte Miranda Schreurs, Leiterin der Forschungsstelle Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin und Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, der Nachrichtenagentur ddp. Die Frage nach der Nutzung der Atomkraft ist ihrer Meinung nach der entscheidende Unterschied in den Wahlprogrammen der Parteien zur Energiepolitik.
Die Parteien sind sich nach Einschätzung Schreurs' zwar einig darin, dass der Kohlendioxidausstoß nennenswert gesenkt werden müsse. Dafür müsste der Anteil Erneuerbarer Energien nach Ansicht der Energieexpertin aber deutlich gesteigert werden. Atomkraft sei dafür ebenso hinderlich wie die Förderung der CCS-Technologie (englisch für Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung).
Als mögliches Element zur Einsparung von CO2-Emissionen bezeichnete Schreurs die Ausweitung des Emissionshandels auf den gesamten Verkehr- und Wärmebereich, wie es auch die FDP in ihrem Wahlprogramm vorsieht. «Das jetzige System kontrolliert nur etwa 40 Prozent der CO2-Emissionen», sagte Schreurs und forderte eine Ausweitung des Handels. Im Gebäudebereich seien die Emissionen jedoch ebenso wie in der Landwirtschaft schwer messbar: Das System wäre daher bürokratischer das derzeit in Europa Angewandte, gab sie zu bedenken.
Gleichzeitig sprach sich Schreurs für mehr Energieeffizienz aus. Als sinnvolles Instrument bezeichnete sie den Top-Runner-Ansatz, den Union und SPD in ihren Programmen vorschlagen. Er zielt darauf ab, dass das energieeffizienteste Gerät auf dem Markt die Maßstäbe setzt für neue Produkte. In Japan werde dies seit langem erfolgreich umgesetzt. In Deutschland habe sich dies aber bislang noch nicht durchsetzen können.
Das Versprechen von SPD und Grünen, im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz mindestens eine halbe Million neuer Arbeitsplätze zu schaffen, bezeichnete Schreurs als realistisch. «Wenn man bedenkt, das wir in den nächsten zehn, zwanzig Jahren komplett neue Wege gehen müssen im Energiebereich, dann bedeutet das auch einen großen Wandel für die Arbeitsplätze», betonte die Energieexpertin. Bislang seien in Deutschland in diesem Bereich bereits 240 000 neue Jobs geschaffen worden. Bis 2030 könne das Arbeitsplatzangebot größer sein als derzeit in der Autobranche.
ddp/nsc/kos
Url zum Artikel:
http://www.ad-hoc-news.de/union-ddp-wahlpaket-interview-energieexpertin--/de/Politik/20384120
Berlin (ddp) Die von Union und FDP geplante Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke könnte nach Ansicht von Experten dem Ausbau der Erneuerbaren Energien schaden.
| Tobias S. 28.07.2009 09:25 Uhr | Wie wenig die Energiekonzerne für den Ausbau der erneuerbaren Energien zur zeit tun, zeigt auch ein Blick auf die Investitionssummen in diesem Bereich: Rechnet man die abgeschriebenen Anlagen raus beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung zwischen 0,1 und 1,7 Prozent. Vgl. hier: http://tinyurl.com/nrc2do |
Bildergalerie
Kurse stehen in Realtime zur Verfügung
Kurse werden 15 Minuten verzögert angezeigt
Kurse zum Börsenschluss





















