UN-Bericht fordert mehr Nachhaltigkeit bei Entwicklungshilfe: Mitarbeiter des UN-Entwicklungsprogramms haben den reichen Staaten der Welt am Mittwoch in Kopenhagen vorgeworfen, sie hätten ihre Versprechen gegenüber den armen Ländern nicht eingehalten. Bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation sagte die Vorsitzende Helen Clark, insbesondere der Zugang zu sauberem Wasser sei entscheidend für die Bekämpfung der Armut.
Vergrößern UN-Bericht fordert mehr Nachhaltigkeit bei Entwicklungshilfe | Bild: © dapd

Kopenhagen (dapd).

'Nachhaltigkeit ist nicht ausschließlich oder primär eine Frage des Umweltschutzes', sagte Clark bei der Vorstellung des Berichts. 'Entscheidend ist, wie wir unser Leben führen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass alles, was wir tun, Auswirkungen hat auf die sieben Milliarden Menschen, die jetzt auf der Erde leben und die weiteren Milliarden, die noch kommen.' Am vergangenen Wochenende hatte die Weltbevölkerung die Grenze von sieben Milliarden Menschen überschritten. Laut UN werden im Jahr 2025 acht Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Der Bericht stellt fest, dass trotz des Wachstums der Entwicklungshilfe um 23 Prozent von 2005 bis 2009 nicht genug bei den armen Ländern ankommt. 'Die reichen Länder haben ihre erklärten Versprechen durchweg nicht eingehalten. Die Versprechen bleiben hinter den Bedürfnissen der armen Länder zurück und die Auszahlungen hinter den Versprechen', heißt es in dem Bericht. Die meisten der Zusagen, die auf der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 gemacht wurden, seien nicht eingehalten worden. Weniger als acht Prozent des zugesagten Geldes zur Bekämpfung des Klimawandels seien 2010 ausgezahlt worden.

Das UN-Entwicklungsprogramm veröffentlicht seit 1990 seinen Jahresbericht einschließlich einer Rangliste der entwickelten Länder. Von den 187 untersuchten Ländern standen dieses Jahr Norwegen, Australien und die Niederlande ganz oben auf der Liste, am Ende standen Kongo, Niger und Burundi. Deutschland belegte Rang 9.

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