Kassel (ddp-nrd). Der Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S will in den nächsten Jahren das Salzwasseraufkommen und die Menge des gelösten Salzes aus seiner Produktion halbieren. Außerdem soll die bisher gängige Versenkung von Salzlauge in unterirdische Gesteinsschichten in Hessen und Thüringen eingestellt werden, teilte K+S am Dienstag mit. Zuvor hatte der Konzern dem Runden Tisch «Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion» die Eckpunkte seiner Gesamtstrategie vorgestellt.

Neben den geplanten Reduzierungen bei Salzwasseranfall und Salzfracht sowie dem Versenkungsstopp sollen auch eine Absenkung der gültigen Grenzwerte für die Werra und der Bau einer Fern-Pipeline geprüft werden. In der «Gesamtstrategie werden ökonomische, ökologische und soziale Ziele gleichrangig berücksichtigt», betonte K+S. Hiervon würden Flora und Fauna in Werra und Weser sowie die Menschen in der Region «erheblich profitieren».

Mit der Präsentation der Gesamtstrategie hätten die Vertreter der Bundesländer, Kreise und Gemeinden sowie der Interessen- und der Umweltverbände tiefe Einblicke «in die langfristigen Überlegungen des Unternehmens erhalten», teilte der DAX-Konzern mit. Gemäß der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen den Regierungen von Hessen und Thüringen sowie K+S werden die kompletten Unterlagen zur Gesamtstrategie bis Ende Mai den Umweltministerien übergeben. Bis Oktober soll ein detailliertes Maßnahmenkonzept stehen.

Der Runde Tisch kündigte am Dienstag an, nach der Übergabe der kompletten Unterlagen eine Stellungnahme zu erarbeiten. Basis dafür sei der «Stand der Technik». Der Runde Tisch verwies auf eine am selben Tag vorgestellte Berechnung des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie zur Entwicklung der Salzeinträge in die Werra aus dem Untergrund. Demnach wurden über Jahrzehnte derartige Mengen an Salzabwasser versenkt, dass dieses nun nach oben drängt.

Selbst wenn K+S sofort die Versenkung stoppe und auch kein Salz mehr in die Werra einleite, «würde noch über Jahrzehnte Salzabwasser aus dem Untergrund in die Werra dringen», teilte der Runde Tisch mit. Ein naturnaher Zustand in den höchst belasteten Abschnitten der Werra sei daher auf absehbare Zeit nicht erreichbar. Umso wichtiger sei, dass dennoch schnell und effektiv gehandelt werde.

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