Jena (ddp-lth). Die Thüringer Grünen haben am Mittwoch Anzeige gegen die Mieter des sogenannten «Braunen Hauses» in Jena wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet. In einem am Mittwoch auf «Spiegel Online» veröffentlichten Interview hatte der NPD-Aussteiger Uwe Luthardt von einem «Raum mit Waffen» im Keller des Hauses berichtet. Das Haus in Alt-Lobeda dient der Jenaer NPD als Parteizentrale.
«Der Gedanke, dass eine rechtsextreme Organisation wie die NPD mitten in einem Jenaer Wohngebiet eine größere Menge Waffen lagert, ist unerträglich», sagte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen, Co-Piere Georg, der die Anzeige erstattet hatte.
Das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) leitete am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen die NPD-Kreisgruppe Jena / Saale-Holzland-Kreis ein. Erste Untersuchungen hätten keine Hinweise auf Waffen im Sinne des Waffengesetzes erbracht. Das Haus wurde einem LKA-Sprecher zufolge jedoch nicht durchsucht. Er kündigte weitere Ermittlungen zu verbotenem NS- und SS-Propaganda-Material an, wies aber darauf hin, dass Luthardt seine Erlebnisse in der NPD bereits vor einem Jahr in dem Interview geschildert habe.
Das Interview ist Bestandteil des Buches «In der NPD - Reisen in die National Befreite Zone», das am 23. Februar erschien.
Die NPD wies die Vorwürfe Luthardts zurück. Landeschef Frank Schwerdt habe gegen den Aussteiger Strafanzeige unter anderem wegen Verleumdung erstattet und ihn zum Unterzeichnen einer Unterlassungserklärung aufgefordert, teilte ein Sprecher mit.
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