Erfurt (ddp-lth). Bewohner der Asylunterkunft Katzhütte haben am Donnerstag in Erfurt für eine Schließung der Einrichtung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt demonstriert. Das «Isolationslager» sei vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten, die Lebensbedingungen in den verschimmelten Wohnungen seien unwürdig, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation «The Voice Refugee Forum».

Ähnliche prekäre Verhältnisse herrschten in einer Asylunterkunft in Apolda sowie in Gehlberg. Die Bewohner müssten dingend in anderen Wohnungen untergebracht werden.

An dem Protest in der Landeshauptstadt nahmen rund 50 Menschen teil. Abschließend sollte eine Erklärung an den Thüringer Landtag übergeben werden. Die Asylunterkünfte sowie Regelungen wie die Residenzpflicht deklarierten die Bewohner «als Menschen zweiter Klasse», heißt es in dem Schreiben. Bereits vor einem Jahr hatten Asylbewerber in Katzhütte eine Verbesserung ihrer Situation und die Schließung des früheren DDR-Ferienlagers gefordert.

Die Grünen unterstützen den neuerlichen Protest. Leider habe sich nichts geändert, außer dass der Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft nun der Landkreis sei, monierte Grünen-Landessprecherin Astrid Rothe Beinlich, die auch an der Demonstration teilnahm. «Die Wohnbedingungen in den Bungalows sind miserabel und in einem abgelegenen Ort wie Katzhütte ist eine Integration der Migranten nahezu ausgeschlossen.»

Evangelische und Katholische Kirche und deren Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas appellierten unterdessen in einem Schreiben an Innenminister Manfred Scherer (CDU), die Residenzpflicht für Flüchtlinge zu lockern, ihnen eine qualifizierte Sozialberatung zu bieten und bei der Unterbringung Mindeststandards zu entwickeln.

Regierung und Verwaltung müssten jetzt handeln, um die zum Teil für Menschen unwürdigen Umstände in Thüringer Flüchtlingsunterkünften zu verbessern, sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Eberhard Grüneberg. Die Proteste der Flüchtlinge zeigten den enormen psychosozialen Druck, dem die Menschen ausgesetzt seien.

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