Wenn am 7. Mai die Eishockey-WM in Deutschland startet, gehört sie zu den 300 ehrenamtlichen Helfern, die in Mannheim das lokale Organisationskomitee unterstützen.
Neben Gelsenkirchen und Köln ist Mannheim Austragungsort der WM. Allein in der SAP-Arena finden 26 Spiele statt. Die Ehrenamtlichen übernehmen dabei vom Fahrdienst für Sport-Funktionäre bis hin zur Akkreditierung der Journalisten zahlreiche Aufgaben. Allein 75 Helfer sind eingeplant, um den Fahrdienst für die Spieler, Schiedsrichter und Betreuer zu übernehmen. Volunteers sind für die Eingangskontrollen zuständig, sie stehen an Informationsschaltern und versorgen die Spieler mit Handtüchern und Snacks. «An Arbeit wird es nicht mangeln», vermutet Seierl, die voraussichtlich Gäste in ihre Unterkünfte fahren wird.
Der Mannheimerin geht es weniger darum, dass es gerade Eishockey-Teams sind, die in Mannheim spielen. «Es geht mir um das Event an sich», sagt Frau, die in ihrer Freizeit bevorzugt den Handballspielern der Rhein-Neckar-Löwen zuschaut. Erfahrung als Ehrenamtliche sammelte sie beim Mannheimer Dämmermarathon, bei dem sie sich seit 2004 engagiert. «Ich finde es beeindruckend, wie die Helfer dabei alle an einem Strang ziehen um einer solchen Veranstaltung zum Erfolg zu verhelfen», sagt die Mutter einer 24 Jahre alten Tochter.
Manche ihrer Kollegen reagierten mit freundlichem Spott darauf, dass sie sich extra zwei Wochen Urlaub nimmt, nur um einem unbezahlten Job nachzugehen. Doch Seierl zuckt angesichts solcher Kommentare nur mit den Schultern und lächelt. Abgesehen vom erhofften Gemeinschaftserlebnis sei es doch auch spannend, fast zwei Wochen lang etwas völlig anderes zu machen als sonst.
Die Gründe, weshalb sich Frauen und Männer als Ehrenamtliche meldeten, seien sehr unterschiedlich, sagt Michael Purps. Er ist für die Organisation der Freiwilligen zuständig. «Sicher, es gibt jede Menge Eishockey-Fans», sagt der 27 Jahre alte Student der Sportökonomie und amtierende deutsche Meister im Hallenhockey mit dem Mannheimer HC. Purps war fast drei Wochen mit den Vorstellungsgesprächen der insgesamt 550 Bewerber beschäftigt.
Viele Bewerber seien aber schlicht fasziniert von einem sportlichen Event dieser Größenordnung und erhofften sich ein gemeinschaftliches Erlebnis und Zusammenhalt, aber auch die eine oder andere Begegnung mit prominenten Zuschauern oder berühmten Spielern, berichtet er. Mit Blick auf Alter, Beruf oder Nationalität seien sämtliche Gruppen unter den mehr als 300 ausgewählten Helfern vertreten. Polizisten, Rentner, Studenten sowie Unternehmer hätten sich beworben. Auch Ehrenamtliche aus Lettland, den USA, Schweden und der Schweiz seien darunter.
Eingesetzt werden sie nicht nur für logistische Arbeiten, sondern etwa auch als Näherinnen. Sie sollen dabei die Sportausrüstung der robust kämpfenden Eishockeyspieler wieder auf Vordermann bringen. Ebenso übernehmen die Helfer Wäschetransporte, organisieren Ausflugsfahrten für Teams und werden auch im Fan-Dorf rund um die Mannheimer SAP-Arena als Betreuer eingesetzt.
Laut Purps hat die SAP-Arena in das Volunteer-Programm etwa 100 000 Euro etwa für Ausrüstung, Kleidung und Versorgung der Freiwilligen investiert. Wer neben seinen Volunteer-Aufgaben Zeit hat, kann als Belohnung gelegentlich die Spiele besuchen. Darauf spekuliert auch Antje Nass. Die 33 Jahre alte Vorstandssekretärin ist begeisterter Eishockey-Fan. «Ich habe mich zum ersten Mal als Volunteer gemeldet und bin gespannt, was auf mich zukommt», sagt die Frau, die im Mai als Managerin hinter den Kulissen arbeiten wird.
Die Sekretärin aus Wiesloch wird bei der Planung der Ehrenamtlichen mitarbeiten und Leute einteilen. Dass sie sich dafür Urlaub nehmen musste, ist für sie ein vertretbares Opfer. «Immerhin werden Weltklasse-Teams wie die Kanadier, die Tschechen oder die Schweden in Mannheim spielen.»
Mannheim (ddp-bwb)


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