Trotz guter Geschäfte skeptischer Blick auf 2012: Mecklenburg-Vorpommerns Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage besser als vor einem Jahr, sehen die weitere konjunkturelle Entwicklung aber eher skeptisch. Nach den am Dienstag in Schwerin vorgestellten Ergebnissen einer Umfrage der drei Industrie- und Handelskammern (IHK) hat fast jede zweite Firma gute wirtschaftliche Ergebnisse erreicht.
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Schwerin (dapd-lmv). Für 2012 befürchtet mehr als jeder fünfte Befragte einen schlechteren Geschäftsverlauf.

Grund für die Verunsicherung sind den Angaben zufolge die europäische Schuldenkrise und die damit verbundenen Risiken für die deutsche Volkswirtschaft. Vor allem Industriebetriebe und das Verkehrsgewerbe haben Sorgen wegen hoher Energie- und Rohstoffpreise. Rostocks IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Sturmowski forderte vor diesem Hintergrund eine 'sachliche und unaufgeregte, von ordnungspolitischer Kontinuität geprägte Wirtschaftspolitik'.

Insbesondere der Handel und das Dienstleistungsgewerbe konnten laut Umfrage im Vorjahresvergleich geschäftlich erheblich punkten. Von den Industrieunternehmen verbuchten 43 Prozent eine gute und nur sieben Prozent eine schlechte wirtschaftliche Situation. Wegen des Kostendrucks auf den Energiepreisen verzeichnete das Verkehrsgewerbe eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Dennoch sind neun von zehn Logistikunternehmen mit dem jetzigen Stand zufrieden.

Die Exportwirtschaft rechnet für 2012 erneut mit einem höheren Ausfuhrvolumen. 27 Prozent der Exporteure erwarten den Angaben zufolge eine Zunahme des Auslandsabsatzes. Nur jedes zehnte Unternehmen geht von sinkenden Exporten aus. Lediglich acht Prozent der Firmen sehen Geschäftsrisiken im laufenden Jahr.

Der Anteil der Betriebe, die ihre Investitionen aufstocken wollen, geht im Vorjahresvergleich um zwei Punkte auf 21 Prozent zurück. Knapp drei von zehn Firmen planen mit einem geringeren Investitionsvolumen. Auslöser dafür sei die Verunsicherung über die Erfolgsaussichten im Kampf gegen die Finanzkrise, hieß es.

Die Unsicherheit der Unternehmen hat laut Umfrage keinen Einfluss auf die Personalpläne der Wirtschaft. Auch wenn weniger Firmen als im Vorjahr neues Personal einstellen wollten, sei angesichts des in einigen Branchen bestehenden Fachkräftemangels keine Verschärfung der Arbeitsmarktsituation zu befürchten, sagte Sturmowski.

Von den Kammern in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg waren im Januar mehr als 2.500 Unternehmen aus Industrie, Handel, Verkehr, der Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor befragt worden. Etwa 600 davon beteiligten sich an der Umfrage.

dapd