Trierer Bischof gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein: Im Umgang mit einem jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfall durch einen Pfarrer aus Saarbrücken-Burbach hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann 'gravierende Fehler' eingeräumt. Der Geistliche sei trotz eines Geständnisses und Hinweisen der Polizei im Januar dieses Jahres nicht beurlaubt worden, räumte Ackermann in einem offenen Brief am Donnerstag ein.
Vergrößern Trierer Bischof gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein | Bild: © dapd

Trier/Saarbrücken (dapd-rps). Er habe an Messen und der Einweihung eines Kindergartens teilgenommen. Die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger seien 'nicht konsequent' umgesetzt worden, Kontrollmechanismen hätten nicht gegriffen.

Ackermann, der Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist, reagierte mit dem Brief auf die in den vergangenen Tagen laut gewordene Kritik aus den eigenen Reihen. Denn erst Anfang Dezember, zehn Monate nach Bekanntwerden der polizeilichen Ermittlungen, hatte das Bistum die Missbrauchsvorwürfe gegen den Saarbrücker Priester sowie einen weiteren Geistlichen publik gemacht.

Dem heute 70-jährigen und im September pensionierten Pfarrer aus Saarbrücken-Burbach wurde dabei untersagt, die Heilige Messe öffentlich zu feiern und andere Sakramente zu spenden. Er soll sich über Jahre hinweg an zwei Ministrantinnen vergangen haben. Am Heiligabend 2010 war der Mann in seinem Pfarrhaus überfallen und schwer verletzt worden.

Ackermann kündigte in seinem Brief die Einrichtung einer Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz an. Er bekräftigte seine 'Linie einer Null-Toleranz gegenüber dem schändlichen Verbrechen sexueller Gewalt'. Allerdings gab er zu bedenken, dass trotz Leitlinien und bestem Willen Fehler bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden könnten.

dapd