Trauergottesdienst für Polens Präsident Kaczynski in Krakau: Polen hat mit einem Trauergottesdienst in der Krakauer Marienkirche Abschied vom tödlich verunglückten Staatspräsidenten Lech Kaczynski und seiner Ehefrau Maria genommen. Während der Zeremonie fanden sich am Sonntag Zehntausende Menschen auf dem Marktplatz und in den umliegenden Straßen der südpolnischen Großstadt ein. Die beiden Särge sollen am späten Nachmittag in den Wawel gebracht werden.
Vergrößern Trauergottesdienst für Polens Präsident Kaczynski in Krakau | Bild: ©

Dort wird das Paar seine letzte Ruhe finden.

Zu dem Staatsakt waren ursprünglich rund 80 Staats- und Regierungschefs erwartet worden. Wegen der massiven Einschränkungen im europäischen Flugverkehr durch den Vulkanausbruch auf Island mussten viele Politiker ihre Teilnahme aber absagen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama. Deutschland war nach Angaben des Auswärtigen Amtes aber durch Bundespräsident Horst Köhler, Außenminister Guido Westerwelle und die für Polen zuständige Staatssekretärin Cornelia Pieper (beide FDP) vertreten, die per Hubschrauber anreisten.

Die polnische Präsidentenmaschine war am 10. April auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Ermordung polnischer Soldaten und Intellektueller vor 70 Jahren im russischen Katyn nahe Smolensk verunglückt. Alle Passagiere fanden den Tod, neben Staatspräsident Lech Kaczynski und seiner Ehefrau Maria auch die militärische Führung des Landes, Unternehmer, Geistliche, Abgeordnete und Oppositionspolitiker.

Die Beisetzung des Präsidentenpaares im Wawel ist in Polen umstritten. In Krakau und anderen polnischen Städten hatten in den vergangenen Tagen Hunderte Menschen gegen diesen Begräbnisort protestiert. Die Kritiker führen an, dass Kaczynski bei aller Tragik nicht solche Verdienste erworben habe, um neben den polnischen Königen beerdigt zu werden.

Krakau (ddp)