Total setzt nach Milliardengewinn auf Produktionssteigerungen: PARIS (dpa-AFX) - Der französische Mineralölkonzern Total  hat wie die versammelte Konkurrenz im vergangenen Jahr vom hohen Ölpreis profitiert. Der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten stieg um 11 Prozent auf 11,42 Milliarden Euro. In der Zukunft setzt das Unternehmen, das in Deutschland mit seinen Tankstellen bekannt ist, auf die Steigerung der Produktion. Mit neuen Förderstätten wie in Angola, Nigeria und Thailand will Total die Produktion bis 2015 im Schnitt um 2,5 Prozent pro Jahr steigern. Das Investitionsbudget kappte der Konzern jedoch.
Vergrößern Total setzt nach Milliardengewinn auf Produktionssteigerungen | Bild: © dpa

2012 will Total-Chef Christophe de Margerie 20 Milliarden Dollar für Investitionen ausgeben. Im vergangenen Jahr waren es noch 22 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal seien die Bedingungen für das Fördergeschäft dank hoher Ölpreise weiterhin gut, teilte Total am Freitag in Paris mit. Auch im Raffineriegeschäft hofft der Konzern nach starken Rückgängen zum Ende des angelaufenen Jahres wieder auf eine Erholung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Total den Umsatz um 16 Prozent auf 184,7 Milliarden Euro. Die Fördermenge blieb im Schlussquartal auf stabilem Niveau, im Gesamtjahr ging sie aber um 1,3 Prozent zurück. Während Total im Förder- und Explorationsgeschäft dank des hohen Ölpreises ein Fünftel mehr verdiente, lief das Raffineriegeschäft noch schlechter als zuletzt. Vor allem in Europa gingen die Margen zurück, Total musste deshalb bei Raffinerien Abschreibungen vornehmen.

2011 lag der Durchschnittspreis für Rohöl der Nordseesorte Brent bei über 110 Dollar pro Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) und damit 40 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das bescherte auch den anderen großen Ölkonzerne glänzenden Ergebnisse. Die britische BP schloss mit einem Milliardengewinn ab, nachdem die Folgen des Öldesasters im Golf von Mexiko im Vorjahr noch zu einem Verlust geführt hatten. Auch Shell sowie die US-Wettbewerber ExxonMobil und ConocoPhillips verdienten mit Blick auf das hohe Ölpreisniveau unter dem Strich Milliarden.