Die Anschuldigungen von Peta fußen auf Videoaufnahmen, die im Laufe des vergangenen Jahres auf der betroffenen Hühnerfarm in Twistringen gemacht wurden.
Die heimlich gefilmten Aufnahmen zeigen brutale Misshandlungen der Tiere und unwürdige Transportbedingungen. Zudem ist in dem Video dokumentiert, wie den Hühnern von Wiesenhof-Mitarbeitern ohne vorherige Betäubung das Genick gebrochen wurde. Laut Tierschutzgesetz darf dies nur mit Betäubung geschehen.
Der Agrarwissenschaftler und Peta-Berater Edmund Haferbeck vermutet, dass die in Twistringen aufgetretenen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz kein Einzelfall sind. Die Farm sei «repräsentativ für eine ganze Branche», beklagte er. Die Tierschutzorganisation habe Beweise und Dokumente, um diese Behauptung zu untermauern.
Frank Schroedter, Sprecher der PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, wies die Anschuldigung zurück. «Für uns ist Twistringen ein indiskutabler Einzelfall», sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Nach seiner Ansicht sind die Tierquälereien und die entsprechenden Filmaufnahmen eine «PR-Aktion von Peta».
Peta selbst glaubt kaum an einen Erfolg der Strafanzeige. «Wiesenhof hat viel Macht und viele Anwälte», sagte Haferbeck gegenüber der ddp. Die Anschuldigung von PHW bezeichnete er als «Ungeheuerlichkeit». «Dieser Vorwurf ist die Aussage eines Täters, der auf frischer Tat ertappt wurde», sagte der Wissenschaftler.
PHW hat nun sowohl gegen die Tierschutzorganisation als auch gegen die ehemaligen Farmleiter Strafanzeigen wegen Duldung von Tierquälereien sowie Verletzung der Aufsichtspflicht und Verstößen gegen die Tierschutzbestimmungen gestellt.
Am Freitag habe das Unternehmen zum ersten Mal von den Misshandlungen gehört, sagte PHW-Sprecher Frank Schroedter. Für die von Wiesenhof-Mitarbeitern begangenen Tierquälereien übernehme PHW die Verantwortung, sagte er. Ihnen sei umgehend am vergangenen Freitag (8. Januar) gekündigt worden. Auch die Zusammenarbeit mit der Transportfirma sei am Freitag beendet worden.
Der Nutztierschutz-Fachverband PROVIEH verlangte unterdessen Konsequenzen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Verband forderte die Handelsunternehmen auf, eine freiwillige Kennzeichnung der Tierhaltungsform auf Lebensmittelverpackungen einzuführen. Das sei eine sinnvolle Investition, um dem wachsenden Vertrauensverlust bei den Kunden entgegen zu wirken.
Osnabrück (ddp-nrd)


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