DJ XETRA-START/Griechen-Paket hievt DAX auf neues Jahreshoch FRANKFURT (Dow Jones) Das Aufatmen nach dem Schnüren des Rettungspakets für das hoch verschuldete Griechenland hat den DAX mit einem neuen Jahreshoch von 6.285 Punkten in den Montag starten lassen. Um 9.38 Uhr liegt der Leitindex noch 0,4% oder 25 Punkte vorn und notiert bei 6.275. Besonders die Kurse der Zykliker und Finanzwerte werden von der Nachricht über das Hilfsprogramm zu Handelsbeginn gestützt. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 0,3% oder 22 Punkte auf 8.423 nach oben, der TecDAX rückt um 0,5% oder 4 Punkte auf 839 vor. Die Länder des Euroraums haben sich am Wochenende auf ein Rettungspaket mit einem Volumen von 30 Mrd EUR verständigt. Griechenland kann diese Mittel nach Bedarf abrufen. Der Zinssatz beträgt 5% und liegt damit deutlich unter dem, was die Hellenen derzeit für ihre Refinanzierung an den Kapitalmärkten auf den Tisch legen müssen. Damit haben sich die Chancen Griechenlands merklich verbessert, den Staatshaushalt in den kommenden Jahren zu sanieren. Der Euro notiert im frühen europäischen Devisengeschäft um 1,3620 USD, am frühen Freitagabend wechselte er noch für 1,3490 USD den Besitzer. Neue Impulse von der Konjunkturseite sind zu Wochenbeginn nicht zu erwarten, die Agenda ist lediglich mit makroökonomischen Kennziffern aus der zweiten Reihe bestückt. Auch an der Unternehmensfront dürfte es noch eher ruhig bleiben, nach Börsenschluss an Wall Street wird allerdings der Aluminiumverhütter Alcoa seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen und damit traditionell die US-Berichtssaison eröffnen. Aus charttechnischer Sicht trifft der DAX nunmehr in den Bereichen von 6.420/50 und 6.800/20 Punkten auf Widerstand. Unterstützung findet sich auf dem Niveau vom 6.055 Punkten. Im frühen Geschäft profitieren erwartungsgemäß die Banken und Zykliker von dem Hilfsprogramm für Griechenland. Commerzbank steigen um 1,9% auf 6,46 EUR, Deutsche Bank um 1,5% auf 58,98 EUR. Die heimischen Kreditinstitute haben vergleichsweise stark in Staatsanleihen des Landes investiert, ein Ausfall der Hellenen hätte den bereits von der Immobilien- und Kreditkrise gebeutelten Unternehmen zusätzliche Abschreibungen auf neue Not leidende Kredite beschert. Aus dem Lager der konjunktursensitiven Aktien geht es für BMW um 1,2% auf 35,27 EUR nach oben, ThyssenKrupp legen um 1,0% auf 26,83 EUR zu. Die Zykliker dürften dabei von einem angesichts des Rettungspakets insgesamt wieder gestiegenen Risikoappetit der Investoren profitieren. Bereits an den asiatischen Börsen gehörten die konjunktursensitiven Werte zu den Outperformern. Auf Nachrichten zu einzelnen Unternehmen basierende Kursveränderungen sind hingegen rar. Immerhin verteuern sich Continental um 0,6% auf 37,10 EUR und entwickeln sich damit besser als der MDAX. Hier dürften die jüngsten Aussagen von Delticom stützen. Der Online-Reifenhändler ist im ersten Quartal stark gewachsen, der Umsatz stieg laut dem Finanzvorstand binnen Jahresfrist um mehr als 20%. In der ersten Reihe geht es für Infineon um 1,4% auf 5,14 EUR nach unten. Die Analysten von Bank of America-Merrill Lynch haben die Titel des Halbleiterherstellers auf "Underperform" von "Neutral" herabgestuft. Die "rote Laterne" im DAX haben allerdings Merck inne, die um 1,3% auf 60,75 EUR nachgeben. Die Aktie wird allerdings mit einem Dividendenabschlag von einem Euro gehandelt, ohne diesen Sondereffekt läge sie 0,3% im Plus. Entgegen dem Trend bei den Zyklikern zeigen sich BASF unverändert bei 46,98 EUR. "Aus strategischer Sicht sinnvoll, der zuletzt kolportierte Preis erscheint mit aber zu hoch", sagt Bankhaus-Metzler-Analyst Lars Hettche mit Blick auf Berichte über das neuerliche Interesse des Unternehmens an Cognis. DJG/jej/raz Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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