Thüringen kann Zahl herrenloser Katzen in Grenzen halten: In Thüringens Städten droht bislang keine Gefahr einer Katzenplage durch herrenlose Tiere. In Erfurt wird durch flächendeckende Kastrationen die Population seit über 20 Jahren auf niedrigem Niveau gehalten, und auch in Jena und Gera ist kein Problem übermäßig vieler streuender Katzen bekannt, wie eine dapd-Umfrage ergab.
Vergrößern Thüringen kann Zahl herrenloser Katzen in Grenzen halten | Bild: © dapd

Erfurt (dapd-lth). Einzig das Weimarer Veterinäramt beklagte, dass in der Stadt die Katzenpopulation merklich zunehme.

Aus Sicht des Weimarer Veterinäramtes ist es ein Problem, dass immer mehr Haushalte teils zwischen einem und zwei Dutzend Katzen privat halten. Da diese Tiere oft nicht kastriert seien und zudem auch nach draußen gelassen würde, sei es schwierig, die Zahl der Geburten zu kontrollieren. Zudem gibt es in keiner der Städte eine Katzensteuer, und auch in Zukunft soll das Halten der Tiere steuerfrei bleiben.

Aus diesem Grund bemüht sich die Stadt Weimar um eine Kastrationspflicht, und auch in Gera wird eine solche Vorschrift für nötig gehalten. Bislang müssen Katzen weder in Erfurt, Jena, Gera oder Weimar kastriert werden. Dennoch hat es in Erfurt in den vergangenen 22 Jahren durch den Tierschutzverein 5.650 Katzenkastrationen gegeben.

In Einzelfälle nehmen sich Bewohner streunender Tiere an und geben ihnen Futter. Das ist jedoch aus Sicht der zuständigen Veterinärämter schlecht für die Tiere. Aus diesem Grund gibt es allein in der Landeshauptstadt 17 offizielle Futterstellen, die vom Tierschutzverein kontrolliert werden. Auch in Jena, Gera und Weimar bemühen sich die zuständigen Ämter, die Tiere nur an kontrollierten Ausgabestellen zu füttern.

In keiner der Thüringer Städte wurden bisher Fälle bekannt, bei denen Anwohner selbst aktiv wurden, um die Zahl der streunenden Katzen zu verringern, indem sie Gift auslegten.

dapd