In Freiburg besetzten laut Polizei rund 300 Personen zwei Gleise des Hauptbahnhofs. Der Zugverkehr war bis in den Abend stark behindert. Die Polizei ermittele gegen die Gleisbesetzer wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs. Ob die Deutsche Bahn wegen des erlittenen wirtschaftlichen Schadens zivilrechtlich Ansprüche geltend macht, sei nicht bekannt, hieß es.
Auf Kundgebungen sprachen Vertreter von Gewerkschaften, unter anderen ver.di-Bezirkschef Bernd Riexinger. In Stuttgart kündigte DGB-Landesvizechefin Marion von Wartenberg an, der DGB werde künftig ein aktives Mitglied des Bildungsstreikbündnisses sein. Sie forderte eine «Bildungsoffensive im Land, die diesen Namen auch verdient». Von der Landesregierung erwarte der DGB «messbare Verbesserungen statt schöner Worte», sagte sie.
Die Grüne Jugend in Baden-Württemberg sowie die Gewerkschaften ver.di und die GEW erklärten sich mit den Demonstranten solidarisch. ver.di-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier sagte, «Nicht-Sparen» sei zu wenig. «Wer nicht in Bildung investiert, investiert nicht in die Zukunft.» Im Zuge der Krise hätten sich vor allem die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und die Übernahme nach der Ausbildung verschlechtert, ergänzte Jakob Becker von der ver.di-Jugend Baden-Württemberg.
Gerade in Hinblick auf die Landtagswahl im März 2011 sei es wichtig, auf die Straße zu gehen, erklärten die Landessprecher der Grünen Jugend. Der Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg hatte vor Beginn der Veranstaltungen hingegen Studenten aufgerufen, Bildung nicht mehr als Gesellschaftskritik zu missbrauchen und lieber zu studieren. Die Proteste im vergangenen Jahr hätten nicht viel gebracht, sondern seien eher von linken Gruppierungen missbraucht worden, sagte der Landesvorsitzende Alexander Schopf. Auch seien echte Gesprächsangebote aus der Politik blockiert worden.
Für Samstag (12. Juni) ist eine bundesweite Demonstration unter dem Motto «Wir zahlen nicht für eure Krise» geplant.
(Quelle: Veranstalter auf ddp-Anfrage; alle anderen in Mitteilungen)
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