'Synergieeffekte und Einsparungen': An der Universität Leipzig gibt es Planungen zur Errichtung einer Bibliothek der Künste unter dem Dach der Universitätsbibliothek Albertina. 'Das Konzept sieht vor, die Bibliotheken der Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy darin zu integrieren', sagte Universitätsrektorin Beate Schücking der Nachrichtenagentur dapd.
Vergrößern 'Synergieeffekte und Einsparungen' | Bild: © dapd

Leipzig (dapd-lsc). Auch das Tanzarchiv Leipzig könnte in der Bibliothek der Künste seinneues Domizil finden und die befürchtete Zerschlagung damit abgewendet werden.

Laut Schücking könnte die Sammlung des Tanzarchivs bereits im Sommer in die Universitätsbibliothek überführt werden. Damit wären frühere Pläne, einen Teil in das Universitätsarchiv einzugliedern, vom Tisch. Schon ab Herbst könnten Teile der Sammlung des Tanzarchivs der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Die Bibliothek der Künste, deren integraler Bestandteil das Tanzarchiv später wäre, soll den jetzigen Überlegungen zufolge in einem Anbau der Universitätsbibliothek untergebracht werden. Die Baukosten werden nach Angaben von Schücking auf einen 'niedrigen zweistelligen Millionenbetrag' geschätzt. Der Neubau könne bis zum Jahr 2015 oder 2016 realisiert werden.

Das Konzept der Bibliothek der Künste stammt nach Schückings Worten vom Direktor der Universitätsbibliothek Albertina, Ulrich Johannes Schneider. Die neu zu schaffende Einrichtung würde ein Spektrum von Musik und Kunst über Theater bis hin zum Tanz abbilden. Erste Gespräche mit den potenziell beteiligten Institutionen habe es bereits gegeben, sagte Schücking. Durch die Zusammenführung der Sammlungen der Hochschulen und des Tanzarchivs Leipzig ergeben sich nach ihrer Einschätzung zahlreiche Synergieeffekte, die unter dem Strich auch zu Einsparungen führen, ohne dabei die Qualität der Nutzung zu beeinträchtigen. Zudem werde der weitere Bestandsaufbau der Bibliotheken optimiert, weil zum Beispiel unnötige und teure Doppelbeschaffungen vermieden werden könnten, sagte die Rektorin.

Insbesondere für das Tanzarchiv Leipzig biete das Konzept eine optimale Lösung für die derzeit bestehenden Probleme, betonte die Rektorin. Weil der Mietvertrag für das derzeitige Domizil in der Ritterstraße auslaufe, sei schnelles Handeln erforderlich. Die Universität Leipzig hatte sich gegenüber dem Freistaat Sachsen vertraglich zur Führung des Tanzarchivs verpflichtet , das früher zur DDR-Akademie der Künste gehörte und 1993 in einen Verein umgewandelt wurde. Die Sammlung des Archivs gehört nur zu einem Teil dem Freistaat, der größere Teil des Bestandes befindet sich im Besitz des Vereins.

Die Bestände des Tanzarchivs - 10.000 Bücher, Film-, Bild und Tondokumente sowie Nachlässe berühmter Tänzer - könnten in die Sondersammlung der Universitätsbibliothek übernommen werden, erläuterte Schücking. 'Mit der Erfassung könnte sofort begonnen werden', sagte die Rektorin. Mit der Integration in die Universitätsbibliothek sei eine langfristige Perspektive für das Tanzarchiv möglich. 'Ich wünsche mir ein lebendiges und wissenschaftlich intensiv genutztes Tanzarchiv und diese Möglichkeit gibt es in der Bibliothek der Künste', erklärte Schücking. Nun müsse sich vor allem der Verein zu den Plänen positionieren.

dapd