Für die Ermittlung der Rückrufquote eines Herstellers setzen die Forscher die Zahl der Rückrufe all seiner Modelle und Jahrgänge ins Verhältnis zu den Neuzulassungen, die es nur im Untersuchungsjahr gab. "Wir erhalten so einen relativen Wert zur Empfindlichkeit der Hersteller-Flotte, die gerade auf der Straße ist", erklärte Bratzel.
Ausländische Anbieter mussten in den USA 2011 weitaus öfter Rückrufaktionen starten als die Deutschen, schrieben die Autoren der Analyse. Honda lag mit einer Quote von 332 Prozent an der Spitze - es wurden also über dreimal mehr Autos zur Reparatur gebracht, als Neuwagen verkauft wurden. Kaum besser waren die Japaner Subaru (222 Prozent) und Toyota (213 Prozent). Beim US-Platzhirsch Ford nahmen die Rückrufe auf dem Heimatmarkt deutlich zu (155 Prozent). Zwischen Daimler und Porsche lagen Nissan, General Motors und Jaguar.
Insgesamt wurden 2011 in den USA einschließlich der leichten Nutzfahrzeuge rund 14,5 Millionen Autos zurückgerufen, die Quote lag damit im Schnitt bei 113 Prozent. 2010 waren es mit rund 18 Millionen noch deutlich mehr. Das langjährige Mittel bleibe aber hoch, hieß es.
Aktuelle Daten für den deutschen Automarkt liegen nach Angaben der FHDW derzeit noch nicht vor. Es zeige sich jedoch auch hierzulande, dass mangelnde Qualität zu einem Sicherheits- und Imageproblem für die Hersteller werden könnte. Auch Baukasten-Strategien, bei denen gleiche oder ähnliche Teile in viele verschiedene Modelle eingebaut werden, könnten die Verwundbarkeit der Autokonzerne erhöhen.
In den USA ging 2011 ein gutes Drittel der Rückrufe auf Mängel an den Sicherheitssystemen wie Airbags zurück. Danach folgten Probleme bei Motor, Antrieb und Kraftstoffversorgung (30 Prozent), Bremsanlage (15 Prozent) sowie Karosserie und Lenkung (jeweils rund 5 Prozent).


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