Die Zustimmung für eine sechsjährige Grundschulzeit zieht sich quer durch alle Parteien. Nur in der Union prallen die Ansichten mit 45 zu 43 Prozent aufeinander. Bei der Umfrage waren 1000 Bundesbürger befragt worden.

In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen zwischen dem Hamburger Senat und der Initiative «Wir wollen lernen!» zur Schulreform gescheitert. Hauptstreitpunkt zwischen beiden Lagern ist die von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) geplante flächendeckende Einführung der Primarschule. Dies lehnt die Initiative «Wir wollen lernen!» ab und setzt auf ein Modell der Freiwilligkeit. Sollte ein Kompromiss weiter ausbleiben, muss ein Volksentscheid im Sommer den Streit beenden.

Unterdessen möchte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Grundschule noch stärker auf die Entwicklung des einzelnen Kindes hin abstimmen. «Vom Kindergarten bis zum Weg auf die weiterführende Schule - also sechs Jahre lang - müssen wir unsere Kinder noch stärker als bisher entwicklungsgerecht fördern», sagte der Minister. Dabei dürfe nur das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung im Mittelpunkt stehen. Das Prinzip «Für alle Kinder sechs Jahre lang das Gleiche», wie in der Forsa-Umfrage aufgegriffen, ist laut Spaenle der falsche Weg.

Nach Angaben des Kultusministers übernimmt die Grundschule als einzige verpflichtende Bildungseinrichtung für alle Kinder eine Schlüsselrolle. Daher erprobe Bayern gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt ab dem Schuljahr 2010/2011 in einem Modellversuch die optimale Gestaltung an 20 Grundschulen, kündigte Spaenle an. Die 20 Grundschulen sollen am Montag in München bekanntgegeben werden.

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