Hamburg (dpa) - Anders als Papst Benedikt XVI. auf seiner Afrika-Reise hat der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke für einen tabulosen Umgang mit dem Thema Kondome plädiert. «Wer Aids hat und sexuell aktiv ist, wer wechselnde Partnerschaften sucht, muss andere und sich selber schützen.»
Das schreibt der katholische Geistliche in einem Beitrag für die Wochenzeitung «Die Zeit». Jaschke beschreibt die vielfältige kirchliche Aids-Arbeit in Afrika und stellt klar: «Die Kirche steht nicht in einer finsteren Anti-Kondom-Ecke, von der aus sie die Menschen einschüchtern will.» Es gebe «kein Tabu beim Thema Kondom, aber auch keine Mythen und Verharmlosungen, als sei damit die Welt in Ordnung».
Papst Benedikt hatte auf seiner Afrika-Reise vor Journalisten gesagt, «die Immunschwächekrankheit Aids ist nicht mit Kondomen zu überwinden, im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem». Er hatte erneut die Ablehnung von Kondomen durch die katholische Kirche bekräftigt. Jaschke betonte dagegen in seinem «Zeit»-Beitrag, «zum ganzheitlichen Ansatz kirchlicher Hilfe gehören natürlich Prävention, Aufklärung und Beratung».
Hans-Jochen Jaschke ist Weihbischof in Hamburg und Mitglied in der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

























