Berlin (ddp). CDU und CSU haben sich im Streit um die grüne Gentechnik offenbar auf einen Kompromiss für das gemeinsame Wahlprogramm geeinigt. «Die Politik muss die Sorgen der Bürger bei grüner Gentechnik ernst nehmen und darf keine unnötigen Risiken eingehen», zitiert die «Berliner Zeitung» (Samstagausgabe) aus dem Entwurf für das Wahlprogramm. Die CSU hatte vor der Europawahl einen Schwenk in Richtung Grüne vollzogen, indem sie vom Befürworter zum Gegner der grünen Gentechnik wurde. Die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel gilt dagegen als deutlich forschungsfreundlicher. Das auf Druck der CSU ausgesprochene Anbauverbot für den Gen-Mais MON 810 hatte die Kanzlerin missbilligt. Die CSU geht davon aus, dass die Mehrzahl der Wähler genetisch verändertem Saatgut und Pflanzen skeptisch gegenüber steht.
Als Reaktion auf die anhaltende Stärke der Grünen und die unsicheren Wahlaussichten für ein schwarz-gelbes Bündnis wollen CDU und CSU im Bundestagswahlkampf die Umweltpolitik stärker betonen. «Ökologie wird für die Ökonomie des 21. Jahrhunderts immer wichtiger», heißt es im Entwurf des gemeinsamen Wahlprogramms von CDU und CSU, das der Zeitung in Auszügen vorliegt. Dem Thema Umwelt werde in dem Papier ein wesentlich größerer Platz eingeräumt als in bisherigen Wahlprogrammen. Dabei argumentiere die Union sehr stark aus wirtschaftlicher Perspektive.
ddp/arh

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