Passau (ddp). Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, hat den Protest Polens gegen ihre Nominierung zur Beirätin des Zentrums gegen Vertreibung scharf kritisiert. «Was die polnische Seite hier betreibt, ist nichts anderes als Erpressung», sagte Steinbach der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstagausgabe). «Das dient dem deutsch-polnischen Miteinander überhaupt nicht und daraus spricht leider nicht der Geist der Versöhnung», sagte Steinbach. Polen habe die Aufgabe, auf die Vertriebenen zuzugehen, so wie es andere Länder bereits getan hätten. Die Botschaft der polnischen Bischöfe von 1965 'Wir vergeben und bitten um Vergebung« sei in der polnischen Politik völlig in Vergessenheit geraten.

Zwar stehe nirgendwo geschrieben, dass sie als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen für den Beirat nominiert werden müsse. »Allerdings gab und gibt es sowohl von polnischer Seite als auch SPD-Seite eine so aggressive Haltung gegen meine Person, dass mein Verband einen Verzicht von mir überhaupt nicht akzeptieren kann. Der Bund der Vertriebenen kann sich nicht vorschreiben lassen, wen er benennt«, sagte Steinbach. Ihr Verband erwarte die gleiche Behandlung wie sie Kirchen, Gewerkschaften oder andere Opferverbände erfahren. »Das bedeutet: Man hat zu akzeptieren, wen wir benennen. Insbesondere geht das keines unserer Nachbarländer an«, erklärte Steinbach.

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