DJ Stadtwerkeholding Thüga greift nach Mehrheit von Gasag - Kreise FRANKFURT (Dow Jones) Die Stadtwerkeholding Thüga greift nach der Mehrheit an dem Berliner Gasversorger Gasag. Das Unternehmen hat ein indikatives Angebot für die von E.ON und Vattenfall zum Verkauf gestellten Anteile von insgesamt 68,4% an der Gasag abgegeben, erfuhr Dow Jones Energy Daily von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen. Der Vorstand der Thüga habe den Auftrag, einen Erwerb des Gasag-Pakets "auf Herz und Nieren zu prüfen", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Thüga Dow Jones Energy Daily. Ein Thüga-Sprecher lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab. Der Wert der Gasag wird von Brancheninsidern auf rund 1 Mrd EUR geschätzt. Das gebündelte Gasag-Paket der E.ON AG und Vattenfall wäre demnach rund 600 Mio bis 700 Mio EUR wert. Der Abschluss des Deals wird für den kommenden Sommer anvisiert. Der russische Energiekonzern Gazprom hat unterdessen seine Bemühungen um die Gasag-Anteile eingestellt. Das Unternehmen werde sich nicht mehr an dem Bieterverfahren beteiligen, sagte der Sprecher der für Deutschland und Westeuropa zuständigen Gazprom-Tochter Gazprom Germania Dow Jones Energy Daily. Gazprom hatte ebenfalls ein indikatives Angebot abgegeben. Als Gründe für den Rückzug nannte der Sprecher unter anderem die ungelöste Frage der Konzession. Der Konzessionsvertrag mit der Stadt Berlin für das Gasnetz der Gasag läuft Ende 2013 aus. Außerdem hat die Stadt bei der Veräußerung der Gasag-Anteile ein Mitspracherecht. Für Gazprom dürften aber auch kartellrechtliche Unwägbarkeiten eine Rolle gespielt haben. Denn der russische Gaskonzern ist an der VNG Verbundnetz Gas AG beteiligt, dem nach E.ON Ruhrgas zweitwichtigsten Vorlieferanten der Gasag. Gazprom hat seinen Anteil an der Leipziger VNG kürzlich auf 10,52% aufgestockt. Das Bundeskartellamt muss diesem Zukauf allerdings noch zustimmen. Die Stadtwerkeholding Thüga, die seit Ende vergangenen Jahres dem kommunalen Konsortium Integra/KOM 90021 gehört, könnte mit den rund 750.000 Gasag-Kunden ihr Endkundengeschäft weiter stärken und dürfte bei dem Bieterverfahren auf die kommunale Karte setzen. An dem Gasag-Paket sind außerdem der französische Energiekonzern GDF Suez, der bereits mit 31,575% an der Gasag beteiligt ist, sowie der japanische Gasversorger Osaka Gas interessiert, wie Dow Jones Energy Daily Ende Februar erfahren hatte. Die Gasag-Anteilseigner E.ON und Vattenfall haben den Verkaufsprozess für ihre Anteile von 36,85% bzw. 31,575% gebündelt und bieten ihre Pakete nun gemeinsam potenziellen Investoren an. Webseiten: www.thuega.de www.gasag.de/

- Von Klaus Hinkel, Dow Jones Energy Daily, +49 (0)69 29725 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/hil/kla/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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