Radsport, Tour de France

Erster Etappensieg für die Gastgeber durch Arnaud Démare, doch für den großen Aufreger sorgt Weltmeister Peter Sagan.

04.07.2017 - 17:56:06

Sagan nach Crash der Buhmann - Franzosen dürfen dank Démare jubeln - Greipel Vierter. Der Etappensieger vom Vortag verursacht einen schlimmen Crash und verärgert seine Kollegen. Greipel landet auf Platz vier.

  • Französischer Sieg - Foto: Dirk Waem

    Der Franzose Arnaud Démare bejubelt seinen Etappensieg. Foto: Dirk Waem

  • Unsportlich - Foto: Nach einem Ellenbogen-Check durch Peter Sagan stürzt der Brite Mark Cavendish (l) beim Zielsprint. Foto: Dirk Waem

    Nach einem Ellenbogen-Check durch Peter Sagan stürzt der Brite Mark Cavendish (l) beim Zielsprint. Foto: Dirk Waem

  • Lädiert - Foto: Dirk Waem

    Mark Cavendish (M) erreicht in der Gruppe nach dem Sturz das Ziel. Foto: Dirk Waem

  • Zielsprint - Foto: Dirk Waem

    Während Arnaud Démare (r) die Ziellinie überquert kommen hinter ihm John Degenkolb und Ben Swift zu Fall. Foto: Dirk Waem

  • Abschürfungen - Foto: Dirk Waem

    Auch John Degenkolb hat Verletzungen nach einem Sturz davongetragen. Foto: Dirk Waem

Französischer Sieg - Foto: Dirk WaemUnsportlich - Foto: Nach einem Ellenbogen-Check durch Peter Sagan stürzt der Brite Mark Cavendish (l) beim Zielsprint. Foto: Dirk WaemLädiert - Foto: Dirk WaemZielsprint - Foto: Dirk WaemAbschürfungen - Foto: Dirk Waem

Vittel - Nicht Marcel Kittel, nicht André Greipel - stattdessen dürfen die Gastgeber auf der von schlimmen Stürzen überschatteten vierten Etappe der 104. Tour de France erstmals jubeln. Der Franzose Arnaud Démare stahl den deutschen Sprintstars die Show und holte sich den Sieg.

Im Mittelpunkt der 207,5 Kilometer langen Etappe standen allerdings zwei heftige Stürze, einer davon wurde vom Weltmeister Peter Sagan verursacht. Dabei ging auch Klassikerspezialist John Degenkolb in hohem Bogen zu Boden.

So holte sich Démare den Sieg im Sprint aus einer kleinen Gruppe heraus. Der Franzose verwies Sagan und den Norweger Alexander Kristoff auf die Plätze zwei und drei. Greipel landete auf Platz vier, Kittel war dagegen auf der komplizierten und hektischen Zielanfahrt abgehängt worden und verlor damit sein Grünes Trikot an Démare.

Für Aufsehen sorgten die zwei heftigen Stürze im Finale. Erst krachte es gut 1000 Meter vor dem Ziel, dabei ging auch der walisische Gesamterste Geraint Thomas zu Boden. Kurz vor dem Ziel wurde dann Sprintstar Mark Cavendish von Sagan in die Absperrgitter gedrängt. Degenkolb stürzte anschließend über den Briten hinweg.

Der von Sagan verursachte Sturz erzürnte auch Greipel: «Nur weil er das Weltmeister-Trikot anhat, kann er sich nicht alles erlauben. Er hat mich fast vom Rad geholt, als ich in den Windschatten von Kristoff wollte», sagte der Rostocker in der ARD. «Nichts gegen Sagan: Aber das Weltmeister-Trikot befreit einen nicht von Regeln. Ich hoffe, dass die Kommission jetzt eingereift. Gestern auf dem Zwischensprint hat er das schon mal gemacht.» Nach dem Zieleinlauf fuhr Sagan zum Teambus von Cavendish und entschuldigte sich.

In der Gesamtwertung liegt der Waliser Thomas trotz seines Sturzes weiter in Führung. Zweiter ist nun Sagan, der dank der Zeitgutschrift nur sieben Sekunden hinter dem Sky-Profi liegt. Auf Platz drei folgt zwölf Sekunden zurück Vorjahressieger Chris Froome.

Nennenswerte Änderungen im Klassement gab es unter den Favoriten nicht, sie hielten sich auf dem Weg in die Kurstadt zurück. Aus gutem Grund, schließlich wartet am Mittwoch in den Vogesen die erste Bergankunft der Tour. Auf dem 5,9 Kilometer langen Schlussanstieg nach Planche des Belles Filles dürfte es zum ersten Kräftemessen von Froome, Nairo Quintana und Co. kommen. «Das wird der erste große Test. Richie Porte wird sicher etwas versuchen», sagte Thomas.

Buhmann Sagan war am Vortag noch der strahlende Sieger, als er in Longwy der Bora-Mannschaft den ersten Tour-de-France-Etappensieg der Teamgeschichte beschert hatte, was entsprechend mit einer feuchtfröhlichen Prosecco-Runde gefeiert wurde. «Die Verpflichtung von Peter zahlt sich schon die ganze Saison aus. Die Media-Werte sind extrem hoch. Er ist ein spezieller Typ, deshalb bezahlen wir ihm auch relativ viel Geld», sagte Teamchef Ralph Denk über den zweimaligen Weltmeister und freut sich über das «Return on Investment».

Nach dem Start im luxemburgischen Mondorf-les-Bains, nur wenige Meter von den Häusern der Schleck-Brüder Andy und Fränk entfernt, war lange Zeit der Belgier Guillaume van Keirsbulck an der Spitze gefahren. Zwischenzeitlich betrug sein Vorsprung mehr als zwölf Minuten. Doch als die Sprinter-Teams das Tempo erhöhten, war die Solofahrt beendet.

@ dpa.de

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