Radsport, Tour de France

Die Radprofis wollen die abstrakte Bedrohung ausblenden.

27.06.2017 - 12:26:06

Sicherheitskonzept - Tour-Start in Düsseldorf: Terrorgefahr «im Hinterkopf». Aber «im Hinterkopf hat das wohl jeder», meint der deutsche Ex-Meister Buchmann. Ein umfangreiches Sicherheitskonzept soll Düsseldorf zum Tour-Start vor Terrorgefahr schützen.

Düsseldorf - Ein zeitweiliges Flugverbot, tausende, schwer bewaffnete Polizisten und Straßensperren sollen Sicherheit garantieren: Trotzdem rollt die deutsche Profirad-Elite am Samstag in Düsseldorf vor bis zu einer Million Zuschauern mit einem etwas mulmigen Gefühl an den Tour-Start.

Auch wenn Oberbürgermeister Thomas Geisel vor dem Grand Départ der 104. Tour de France versichert: «Das, was an Sicherheit menschenmöglich ist, ist gewährleistet.» Nizza im vorigen Juli, Berlin, Manchester, London - die Terrorgefahr ist allgegenwärtig. Dennoch wollen sich die Radprofis nicht von ihr vereinnahmen lassen. «Im Hinterkopf hat das wohl jeder von uns, auch, wenn man an Nizza im Vorjahr denkt. Zuviel darüber nachdenken oder sich davon beeinflussen lassen, darf man aber nicht», sagte Emanuel Buchmann, der als Kandidat für das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gilt.

Der elfmalige Etappensieger André Greipel vertraut den Sicherheitsbehörden: «Ich gehe davon aus, dass die nötigen Vorkehrungen getroffen werden. Der Tourveranstalter ASO kann mit einer Bedrohungslage umgehen. 2016 stand die Tour nach dem Attentat von Nizza kurz vor dem Abbruch, und die Lage wurde gemeistert.»

Tony Martin, der heiße Kandidat für das erste Gelbe Trikot, das am Samstag nach dem 14 Kilometer langen Zeitfahren zum Tour-Auftakt vergeben wird, hat Sorge um seine Familie, «aber, dass ich Angst habe, wäre übertrieben zu sagen. Ich habe Vertrauen in die Sicherheitskräfte.» So geht es auch dem Tour-Debütanten Nikias Arndt, der weiß: «Absolute Sicherheit gibt es ohnehin nicht.»

Der neunmalige Etappensieger Marcel Kittel, der wieder mindestens einen Tagessieg auf seinem Wunschzettel hat, ist «noch nicht an dem Punkt, an dem ich meine Freiheit einschränken lasse». Aber völlig ausblenden könne man das Thema nicht, ein Restrisiko werde es immer geben.

«Wir sind gut aufgestellt und auf alles vorbereitet», sagte Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler. Es gebe zwar seit längerem eine abstrakt hohe Sicherheitsgefahr, aber keinerlei konkrete Hinweise auf bestimmte Szenarien in Düsseldorf beim nach Olympischen Spielen und Fußball-WM drittgrößten Sport-Ereignis der Welt. Geisel rechnet «je nach Wetter mit 500 000 bis 700 000 Zuschauern».

Das Sicherheitskonzept umfasst dabei mehrere hundert Seiten, soll aber streng geheim bleiben. Etwaige Attentäter sollen sich nicht auf das einstellen können, was ihnen die Sicherheitsbehörden beim Grand Départ entgegensetzen. Als Konsequenz aus den Attentaten von Berlin und Nizza durch islamistische Terroristen waren bereits bei den letzten Großveranstaltungen in der Landeshauptstadt an neuralgischen Punkten massive Sperren aufgestellt worden, die Lastwagen als Waffe stoppen sollen.

Nicht nur die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, auch Security-Dienste und über 2500 freiwillige Helfer sind im Einsatz. Seit Monaten werden die Beteiligten von Sicherheitsbehörden durchleuchtet und überprüft. Alles für den Fall, der nie eintreten soll.

@ dpa.de

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