Motorsport, Formel 1

War's das schon? Nur zwei Jahre Formel 1? Pascal Wehrlein hat es schwer, ein Cockpit für die nächste Saison zu bekommen.

29.08.2017 - 10:54:06

Formel 1 - Wehrlein-Abschied auf Raten?. Bei Sauber haben zwei Ferrari-Nachwuchspiloten die größeren Chancen.

Monza - Eine schon völlig verkorkst begonnene Saison droht für Pascal Wehrlein zum vorläufigen Ende seiner Formel-1-Karriere zu werden. Nach nur zwei Jahren in der Königsklasse des Motorsports gehen dem ehemaligen DTM-Meister von 2015 die Optionen aus.

«Ich denke nicht, dass ich im kommenden Jahr einen Platz bei Sauber haben kann», sagte Wehrlein jüngst in Spa-Francorchamps. Nur ein Jahr wäre dann Wehrlein für das Schweizer Privatteam gefahren. Die enge Zusammenarbeit mit Ferrari dürfte ihm zum sportlichen Verhängnis werden, die Scuderia wird als alter und neuer Motorenpartner in der nächsten Saison den Mercedes-Zögling gegen einen Piloten aus der Ferrari-Nachwuchsschmiede eintauschen wollen. In die Diskussion um die Fahrerfrage sei auch Ferrari eingebunden, räumte Sauber-Teamchef Frederic Vasseur bereits ein.

Einer der Kandidaten, Charles Leclerc, 19 Jahre alter Monegasse, betreibt als Führender der Formel 2 beste Eigenwerbung. Zweiter Kandidat ist Antonio Giovinazzi, 23 Jahre alter Italiener. Er fuhr bereits anstelle von Wehrlein, als dieser wegen gebrochener Wirbel nach seinem Unfall beim Spaßrennen «Race of Champions» Ende Januar die ersten beiden Grand Prix in dieser Saison in Australien und China nicht fahren durfte. Nebenbei ist Giovinazzi auch Ersatzpilot der Scuderia für Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen.

Nicht auszuschließen, dass Ferrari das Heimrennen in Monza an diesem Wochenende nutzt, um einen seiner Nachwuchspiloten als künftigen Sauber-Fahrer vorzustellen. «Es macht einfach Sinn, dass Ferrari seine Nachwuchsfahrer dort hineinbringt. Wenn ich mich so umhöre, dann wird es wohl so kommen», sagte Wehrlein.

Für ihn könnte es damit ganz bitter enden. Wehrlein müsse alle Möglichkeiten nutzen, um im Sauber starke Leistungen zu zeigen, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. «Er muss weiter alles geben, und dann müssen wir schauen, welche Alternativen es gibt.»

Für Mercedes selbst hatte es schon vor der Saison nicht gereicht. Nach dem überraschenden Rücktritt von Nico Rosberg zog der deutsche Werksrennstall den Finnen Valtteri Bottas dem Zögling aus der eigenen Nachwuchs-Schule vor. Ein Engagement Wehrleins bei Mercedes' Motorenpartner Force India kam auch nicht zustande, nachdem Wehrleins Formel-1-Einstiegsteam Manor Pleite gegangen war.

Der Sigmaringer war gleich nach seinem Erfolg als jüngster Champion der DTM zum Formel-1-Piloten befördert worden. Im völlig unterlegenen Manor hatte er 2016 in Österreich mit Platz zehn einen Punkt geholt. Im Sauber schaffte es Wehrlein in diesem Jahr in Spanien auf Rang acht, in Aserbaidschan wurde der Teamkollege des Schweden Marcus Ericsson Zehnter.

Sollte Wehrlein kein Cockpit fürs kommende Jahr bekommen, würde die deutsche Fraktion auf nur noch zwei Fahrer schrumpfen. Neben Vettel ist der Verbleib von Nico Hülkenberg bei Renault sicher.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Formel 1 - Hoffnungsschimmer: Vettel will aus WM-Niederlage lernen. Der Zweikampf mit Sebastian Vettel ist nach dem Sieg des Mercedes-Stars in Austin entschieden. Ferrari sucht Trost in der Hoffnung auf 2018. Lewis Hamilton kann seine Titelsause für das nächste Formel-1-Rennen in Mexiko planen. (Sport, 23.10.2017 - 11:06) weiterlesen...

Formel 1 - Die Lehren aus dem Grand Prix der USA. Doch mit seinem Erfolg beim Grand Prix der USA hat Lewis Hamilton seinem Rivalen Sebastian Vettel wohl auch die letzte Hoffnung geraubt. Die WM-Entscheidung in der Formel 1 ist auf Mexiko vertagt. (Sport, 23.10.2017 - 07:36) weiterlesen...

Hamilton vor Titelgewinn in Mexiko. Zwar verhinderte der Ferrari-Fahrer mit seinem zweiten Platz in Austin noch einmal die endgültige WM-Entscheidung, doch schon ein fünfter Rang genügt Hamilton in einer Woche zum vierten Formel-1-Triumph. Der Mercedes-Pilot holte sich in brillanter Manier seinen fünften Sieg im sechsten Rennen. Mercedes hatte in Texas Grund zum WM-Jubel. Die Silberpfeile gewannen zum vierten Mal nacheinander die Konstrukteurwertung. Austin - Texas-Titan Lewis Hamilton hat Sebastian Vettels minimale Hoffnung auf ein Titelwunder erstickt und kann seine vierte WM-Fiesta in Mexiko planen. (Politik, 22.10.2017 - 22:58) weiterlesen...

Vettel Zweiter beim US-Rennen - Hamilton rückt Titeltriumph ganz nah. Die Hoffnungen des 30 Jahre alten Ferrari-Piloten auf den eigenen fünften Formel-1-Triumph sind aber weiter geschrumpft. Vettel belegte beim Sieg von Hamilton im texanischen Austin den zweiten Platz. Der 32 Jahre alte dreimalige Champion aus Großbritannien reist nun mit 66 Punkten Vorsprung zum Grand Prix am kommenden Wochenende in Mexiko City. Dort reicht Hamilton Platz fünf zum Titelgewinn im drittletzten Rennen der Saison. Austin - Sebastian Vettel hat den vorzeitigen Fahrer-Titelgewinn von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in den USA verhindert. (Politik, 22.10.2017 - 22:48) weiterlesen...

Grand Prix in Austin - Hamilton vor Titelgewinn - Vettel vermiest WM-Party Austin - Texas-Titan Lewis Hamilton hat Sebastian Vettels minimale Hoffnung auf ein Titelwunder erstickt und kann seine vierte WM-Fiesta in Mexiko planen. (Sport, 22.10.2017 - 22:44) weiterlesen...

Hülkenberg und Wehrlein in Austin früh ausgeschieden. Der Renault-Pilot steuerte beim Grand Prix der USA bereits nach der dritten Runde wegen eines technischen Problems die Box an und konnte nicht mehr weiterfahren. Schon zwei Wochen zuvor in Japan hatte der Rheinländer das Ziel nicht erreicht. Daraufhin waren vor dem Rennen in Texas Motorenteile an Hülkenbergs Auto gewechselt worden. Sauber-Pilot Pascal Wehrlein schied nach fünf Runden aus. Er musste infolge eines Unfalls mit Haas-Fahrer Kevin Magnussen stoppen. Austin - Nico Hülkenberg hat beim Formel-1-Rennen in Austin erneut frühzeitig aufgeben müssen. (Politik, 22.10.2017 - 21:24) weiterlesen...