Motorsport, Formel 1

Lewis Hamilton ist nicht Everybody's Darling.

17.07.2017 - 09:58:07

GP von Großbritannien - Superstar Hamilton - Formel-1-König der Briten?. Er ist, wie er ist. Und das Team lässt ihn so sein. So ist er am erfolgreichsten. Und so ist er die größte Gefahr für Sebastian Vettel.

Silverstone - Lewis Hamilton griff erst mal beherzt in die Glaskugel mit den Mini-Schokoriegeln. Dabei hätte dieser Sieg auch ohne nicht süßer schmecken können. Hamilton ist nur noch eine Pole von dem lange für unerreichbar gehaltenen Rekord Michael Schumachers entfernt.

Hamilton verkürzte den Vorsprung von Formel-1- Spitzenreiter Sebastian Vettel im Ferrari bis auf einen Punkt. Und Hamilton zeigte es seinen Kritikern. «Ich denke mal, es gibt keinen Grund, meine Vorbereitung infrage zu stellen», sagte Hamilton: «Meine Leistung ist unvergleichlich.»

Schon in knapp zwei Wochen kann der 32 Jahre alte Brite mit der 68. Pole die Rekordmarke Schumachers einstellen. In Spa-Francorchamps beim übernächsten - seinem 200. - Grand-Prix könnte er dann alleiniger Rekordhalter in dieser Kategorie werden. Dort, wo Schumacher vor 25 Jahren den ersten seiner 91 Rennsiege gefeiert hatte. Hamilton fuhr am Sonntag in Silverstone seinen 57. Karrieresieg ein. Auch in dieser Wertung liegt nur noch Schumacher vor dem Briten. So wie bei den Führungsrunden (Hamilton 3261/ Schumacher 5114).

Mit seinen Heimsiegen 2008, 2014, 2015, 2016 und 2017 stellte Hamilton die fünf Großbritannien-Erfolge von Alain Prost (1983, 1985, 1989, 1990, 1993) ein. Mit der fünften Silverstone-Pole war Hamilton zudem mit Jim Clark gleichgezogen.

Noch ein Titel und Hamilton liegt auch dort gleichauf mit dem viermaligen Champion Prost sowie seinem jetzigen Widersacher Sebastian Vettel. Nur Schumacher (7) und Juan Manuel Fangio (5) holten noch mehr Titel. Fühlt sich Hamilton schon jetzt wie eine Legende? «Das ist etwas, wenn du älter wirst», sagt er.

Hamilton lebt aber im Hier und Jetzt. Hamiltons Körper ist eine Maschine, die er nicht selten in ihrer Pracht zeigt. Hamilton ist aber auch ein emotionsgetriebener Mensch. Läuft es nicht, ist er mies drauf. Hamilton lebt, wie er es für richtig und vor allem für sich am besten hält. Er lenkt.

Er gebe Hamilton die Freiheiten, die dieser brauche, sagt Teamchef Toto Wolff. Das hieß auch: Hamilton durfte der großen PS-Show in London fernbleiben und mit Freunden in seinem Privatjet zum Party-Kurzurlaub nach Mykonos vor dem Großen Preis von Großbritannien abdüsen. Nach fünf Jahren, in denen man mittlerweile zusammenarbeite, sei es das Wichtigste, dass sich Hamilton wohlfühle, betonte der Mercedes-Motorsportchef: «So bringt er seine Leistung an den Rennwochenenden.»

Die Pfiffe und Buhrufe von London hatte Hamilton gar nicht mitbekommen, dass die Zuschauer auf dem Silverstone Circuit sich Runde um Runde nach seinen Angaben von den Plätzen erhoben, um ihm zuzujubeln, sehr wohl. Auch Stunden später erzählte er noch wie beseelt von der Unterstützung, die er erfahren habe.

Und er gab sie zurück. Im Großen mit einem Sprung in die Massen, wie im Kleinen: Billy Monger und dessen Familie hatte Hamilton nach Silverstone eingeladen. Den 18-Jährigen, dem nach einem Unfall in der Formel 4 im April beide Beine amputiert werden mussten. Er war einer der ersten, den Hamilton nach seiner Gala in die Arme nahm. Genauso wie ein Junge aus Südafrika, der gegen Krebs kämpft. Auch und insbesondere den beiden widmete Hamilton seinen Sieg von Silverstone.

@ dpa.de

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