Motorsport, DTM

Eigentlich lief es perfekt: BMW holte erst einen Dreifacherfolg und legte am Sonntag mit dem Sieg von Wittmann nach.

20.08.2017 - 19:19:19

DTM in Zandvoort - BMW gelingt DTM-Doppelschlag - Gewichtsdebatte hält an. Doch die anhaltende Debatte um die umstrittenen Zusatzgewichte sorgt dafür, dass sich die Bayern gegen die Rolle als Schwarzer Peter der DTM wehren müssen.

Zandvoort - Sportlich war das DTM-Wochenende in Zandvoort für BMW ein Volltreffer - bis Marco Wittmann Stunden nach seinem ersten Saisonsieg am Sonntag disqualifiziert wurde. Zu wenig Sprit im Tank kostete den amtierenden Champion 25 Punkte und den Sprung auf Rang zwei der Gesamtwertung.

Tags zuvor hatten Timo Glock, Wittmann und Maxime Martin noch für einen BMW-Dreifacherfolg gesorgt. Den durfte nun unverhofft Audi feiern: Durch Wittmanns Ausschluss belegten Mike Rockenfeller, Loic Duval und der neue Gesamtführende Mattias Ekström in der Tageswertung die Plätze eins bis drei.

Die späte, aber den Regeln nach notwendige Anpassung des Ergebnisses, das viele Fans wohl erst spät oder gar nicht mitbekamen, passt ins Bild, das die DTM derzeit abgibt. In der zukunftsbedrohten Tourenwagen-Serie ist die Stimmung vor dem letzten Saisondrittel angespannt. Der Grund ist jedoch nicht nur der angekündigte Abschied von Mercedes in eineinhalb Jahren und der zum Saisonende auslaufende TV-Vertrag, sondern nach Meinung der Konkurrenz auch BMW. Denn dass der seit Wochen anhaltende Konflikt um die Zusatzgewichte noch immer nicht gelöst ist, liegt für viele an BMW-Motorsportchef Jens Marquardt - auch wenn der zuletzt einem Kompromissvorschlag von DTM-Boss Gerhard Berger zustimmen wollte.

Dieser trotz aller bösen Kommentare noch immer nur zu einem Bruchteil in der Öffentlichkeit ausgetragene Konflikt befeuert die Atmosphäre auf der Strecke. Dabei sind die Abstände in der Gesamtwertung ohnehin eng wie lange nicht mehr. Spitzenreiter Ekström kommt nach 12 von 18 Rennen auf 128 Punkte. René Rast ist trotz zweier schwacher Rennen Zweiter mit 114 Zählern. Rockenfeller kommt auf 110 Punkte, BMW-Mann Timo Glock auf 104. Wittmann ist mit 93 Punkten Achter.

Der unverhoffte Dreifacherfolg dürfte Audis Frust über die Gewichte etwas lindern, gelöst wird das Problem dadurch aber natürlich nicht. Der Grund für den frischen Ärger vom Wochenende: Trotz des Dreifacherfolgs am Samstag durfte BMW ausladen. Audi dagegen musste fünf weitere Kilogramm einbauen und war im Rennen wie Mercedes 15 Kilogramm schwerer als die tags zuvor siegreichen BMW.

«Man kann wirklich niemandem erklären, dass man nach einem Dreifachsieg Gewicht ausladen darf. Deshalb pushen wir ja auch seit Wochen, dass auf die Gewichte verzichtet wird. Bisher leider ohne Erfolg», sagte Mercedes-DTM-Chef Ulrich Fritz. Auch Audis DTM-Chef Dieter Gass schimpfte über «diesen absurden Zustand, dass ein Dreifachsieger Gewicht ausladen darf».

Eigentlich sollen die sogenannten Performance-Gewichte dafür sorgen, die Autos der drei Hersteller auf einem ähnlichem Leistungsniveau zu halten. Die bereits mehrfach angepasste Grundlage dafür, wer zu- und wer auslädt, sind momentan die Rundenzeiten der Fahrer im Rennen. Sieger Glock und Wittmann waren am Samstag aber tatsächlich langsamer unterwegs als die besten Audi-Fahrer Rockenfeller und Jamie Green auf den Plätzen vier und fünf, die lange nicht an BMW-Pilot Augusto Farfus vorbei gekommen waren.

Die Rolle als Buhmann wollte BMW-Motorsportchef Marquardt aber nicht übernehmen und verwies darauf, dass sein Unternehmen bei der letzten Sitzung zu diesem Thema am Donnerstag einen Vorschlag von DTM-Chef Gerhard Berger unterstützt hatte. Unbestätigten Gerüchten zufolge war Audi gegen den Kompromiss, der Auswirkungen auf die kommende Saison gehabt hätte. «In der aktuellen Situation macht es keinen Sinn, auf Sicht zu fahren, sondern wir müssen auch auf das nächste Jahr schauen und an der Zukunft arbeiten», sagte Marquardt.

Der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes, Hans-Joachim Stuck, ist das Thema langsam leid und wie DTM-Chef Berger ein erklärter Gegner der Gewichte: «Auch wenn die Hersteller untereinander erneut keine Einigung erzielen konnten, müssen alle, die es mit der DTM ernst meinen, das Thema dringend weiter diskutieren.»

@ dpa.de

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