Fußball, Bundesliga

Womöglich geht der Dembélé-Wechsel von Dortmund nach Barcelona recht rasch über die Bühne.

11.08.2017 - 14:44:05

Hohe Geldstrafe droht - Möglicher Wechsel von Dembélé nach Barcelona rückt näher. Der Millionen-Poker ist in vollem Gang. Spanische Medien rechnen mit einer schnellen Einigung. Liverpools Coutinho fällt für Barça als Alternative nach Neymar-Verkauf aus.

Dortmund - Ein möglicher Wechsel des zurzeit suspendierten Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund zum FC Barcelona rückt näher. Nach der Freistellung vom Trainings- und Spielbetrieb muss der 20 Jahre alte Franzose zudem mit einer hohen Geldstrafe durch den Verein rechnen.

Alle Zeichen deuten mittlerweile auf einen baldigen Abschied des begehrten Offensivtalents. Wie zuvor Sportdirektor Michael Zorc kündigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Konsequenzen für Dembélé an, der am Donnerstag unerlaubt das Training des Bundesligisten geschwänzt und die Club-Bosse damit verärgert hatte.

«Dieses Verhalten werden wir natürlich sanktionieren», sagte Watzke den Zeitungen «Funke Mediengruppe». Zwar hatte er ein erstes Angebot des spanischen Spitzenclubs, der einen Nachfolger für den zu Paris Saint-Germain gewechselten Brasilianer Neymar sucht, zunächst abgelehnt. Doch Watzke ließ durchblicken, dass ein Wechsel damit noch nicht vom Tisch sei. «Ein Thema ist nie durch, bis die Transferperiode zu Ende ist. Wenn einer 500 Millionen bietet, kriegt er jeden Spieler», meinte der 58 Jahre alte Clubchef.

Dass der BVB auf Gedeih und Verderb auf eine Erfüllung des bis 2021 datierten Dembélé-Vertrags pocht, ist kaum anzunehmen. Schwer vorstellbar ist auch, dass Barça locker lässt im Werben um das Offensivtalent. Zumal der FC Liverpool offiziell klarstellte, dass die Konkurrenz sich Angebote für den Brasilianer Philippe Coutinho sparen kann. «Wir wollen Klarheit über unsere Position schaffen», hieß es in einer Mitteilung von Liverpool-Besitzer Fenway Sports Group auf der Webseite der Reds.

«Die definitive Haltung des Clubs ist, dass keinerlei Angebote für Philippe in Betracht gezogen werden, und er ein Spieler des FC Liverpool bleiben wird, wenn das Sommertransferfenster schließt.» Die Wechselfrist endet am 31. August. Trainer Jürgen Klopp hatte mehrfach betont, dass der 25-Jährige nicht zum Verkauf stehe.

So dürfte sich Barcelonas Interesse auf Dembélé fokussieren, was dem BVB im Millionenpoker eine noch stärkere Position verschafft. Und schließlich sind die Spanier durch die 222-Millionen-Euro-Einnahme für Neymar finanzkräftig genug, um die angeblichen BVB-Forderungen von 120 bis 150 Millionen Euro zu erfüllen. Zudem müsste die Borussia dem Vernehmen nach 30 Millionen Euro an Dembélés vorigen Arbeitgeber Stade Rennes weiterreichen. Das Talent war im vorigen Jahr für etwa 15 Millionen Euro vom französischen Erstligisten verpflichtet worden - fast zum Schnäppchenpreis.

Einige spanische Medien gingen davon aus, dass der Dembélé-Deal «eine Frage von Stunden» sei, andere meinten, dass der Poker sich noch ein paar Tage hinziehen könne. Nach Informationen der in Barcelona erscheinenden Zeitung «Sport» hat Barça nach der ersten Abfuhr seine Offerte auf 90 Millionen Euro fixe Ablöse plus Boni in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro erhöht. Angeblich wünschen sich die Westfalen aber eine höhere Garantiesumme.

Der BVB hatte auf Dembélés Trainingsboykott, mit dem er offenbar den Wechsel zu seinem Traumclub erzwingen will, mit der Freistellung «vom Trainings- und Spielbetrieb bis nach dem Pokalspiel» beim südbadischen Sechstligisten 1. FC Rielasingen-Arlen (Samstag, 15.30 Uhr) in Freiburg reagiert. Zudem soll Dembélé einen beträchtlichen Betrag in die BVB-Kasse bezahlen. «Bild» berichtete von einer «saftigen Geldstrafe» im «unteren sechsstelligen Bereich».

Nach Ansicht von Karl-Heinz Rummenigge hat der Neymar-Transfer auch Auswirkungen auf die Bundesliga. «Die Erfahrung zeigt, die Ablösesummen und Gehälter werden durch solche außergewöhnlichen Deals weiter steigen - auch in Deutschland», sagte der Vorstandschef von Bayern München im Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Es gehe auf dem globalen Markt vor allem um Wettbewerbsfähigkeit. «Dafür braucht die Bundesliga ein adäquates Niveau. Das hat seinen Preis - und der steigt», betonte Rummenigge.

@ dpa.de

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