Fußball, Europa League

Vor den Duellen mit den euphorischen Gladbachern ist die Stimmung im Revier auf dem Tiefpunkt.

08.03.2017 - 15:51:16

Viertelfinale gegen Gladbach - Letzte Europa-Chance für frustrierte Schalker. Selbst der Einzug ins Europa-League-Viertelfinale kann die Saison auf Schalke nicht mehr retten. Gleichwohl soll die letzte Chance auf Europa gewahrt bleiben.

Gelsenkirchen - Europa-Traum oder Alptraum-Saison? Der FC Schalke 04 steht vor den internationalen Duellen mit Borussia Mönchengladbach wieder einmal an einer Weggabelung.

Schafft der Revierclub den Einzug in das Europa-League-Viertelfinale in den Partien gegen den Bundesliga-Konkurrenten nicht, ist die Fußball-Spielzeit endgültig völlig verkorkst. Spätestens dann steht auch das Konzept der vor acht Monaten mit großen Hoffnungen und Zielen angetretenen Trainer Markus Weinzierl und Sportvorstand Christian Heidel zur Debatte.

Entsprechend groß ist der Druck für die Königsblauen vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag in der Veltins-Arena. Beim Bundesliga-Treffen fünf Tage zuvor in Gladbach, das die Gastgeber mit 4:2 gewannen, waren die Kräfte derart einseitig zugunsten des Niederrheinclubs verteilt, dass den wütenden Schalker Fans angst und bange wurde. Erschwerend hinzu kommt, dass der Tabellen-13. nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aufweist, nun mitten im Abstiegskampf steckt und zuvor beim Pokalspiel-Aus bei Bayern München (0:3) genauso chancenlos war.

«Jetzt ist ein anderer Wettbewerb. Ein Spiel losgelöst von der Tabellensituation. Wir haben ein riesiges Ziel vor Augen, wollen eine Runde weiterkommen. Aber wir müssen es besser machen als zuletzt», sagte Weinzierl am Mittwoch vor dem Abschlusstraining, bei dem bis auf die Langzeitverletzten alle mitwirken konnten.

«Es ist keine einfache Situation, frustrierend», beschrieb Alessandro Schöpf die Stimmungslage in Gelsenkirchen. Dabei ist der 23 Jahre alte Österreicher einer der wenigen Profis, der sich angesichts seiner konstant guten Leistungen (6 Saisontore) selbst kaum etwas vorzuwerfen hat. Es wird spannend sein zu sehen, ob Schöpfs Appell ankommt bei den Mitspielern. Schließlich gilt es, die letzte Chance auf eine Europapokal-Teilnahme in der nächsten Saison zu ergreifen. Doch das ginge nun nur noch über den Titelgewinn.

«Wir dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen. Jeder muss wirklich Vollgas geben und versuchen, die zwei Spiele zu gewinnen. Wir haben schon gezeigt, dass wir gut Fußball spielen könne», sagte Schöpf. Daran müsse man sich zurückerinnern und das auf dem Platz zeigen. «Wir müssen alles reinhauen, um einen Fight abzuliefern.» Ähnlich äußerte sich am Mittwoch auch Leon Goretzka. Der deutsche Nationalspieler sieht auch eine große Chance im schnellen Wiedersehen mit Gladbach. «So haben wir die Möglichkeit, die Niederlage in einem anderen Wettbewerb wieder gutzumachen.»

Den Borussen fällt das Fußballer-Leben derzeit leichter. Mit dem neuen Coach Dieter Hecking hat der Club seit Jahresbeginn von elf Pflichtspielen acht gewonnen und nur zwei (daheim gegen Florenz und Leipzig) verloren. Im Pokal steht die Borussia im Halbfinale, und in der Liga hat sie nach der Erfolgsserie wieder Tuchfühlung zu den Europacup-Rängen. Kein Wunder, dass die Stimmung vor Teil II der Schalke-Trilogie auf einem Höhenflug ist: «Es war gut, dass wir die erste Begegnung gegen Schalke gewonnen haben. Der Sieg ist gut für den Kopf», meinte Fabian Johnson.

Hecking und Sportdirektor Max Eberl aber warnen vor einer ausufernden Euphorie, weil sie das wechselvolle Geschäft kennen und wissen, dass zurückliegende Erfolge gerade im anstehenden brisanten Europa-League-Doppelpack nichts mehr zählen. «Was wir am Samstag gespielt haben, kann Schalke auch», mahnte der Borussen-Coach, der im Hinspiel auf Weltmeister Christoph Kramer (gesperrt) und Thorgan Hazard verzichten muss. Eberl: «Das werden andere Spiele, weil sie einen anderen Charakter haben. Auch wenn die Rückrunde bisher heraussragend war, fangen wir nicht an zu träumen.»

Geträumt wird dafür im Revier. Seit Jahrzehnten. Von Titeln und Triumphen. Und immer, wenn neues leitendes Personal die Arbeit aufnimmt, erhalten die Hoffnungen auf Höhenflüge neue Nahrung. Bis der nächste Rückschlag für Ernüchterung und Wehklagen sorgt. Diesmal hielt der Vertrauensvorschuss trotz des katastrophalen Starts mit fünf Bundesliga-Pleiten besonders lange. Weil in Weinzierl und Heidel gleich zwei Heilsbringer das «neue Schalke» (Heidel) kreieren wollen und ein Umbruch Zeit benötigt.

@ dpa.de

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