Fußball, Deutschland

Stürmer in Löws Trainerstab.

01.11.2016 - 11:52:06

Klose kehrt als Praktikant zum DFB zurück. Der «ewige Miro» kommt zurück. Im Stab von Joachim Löw soll Klose Trainer-Erfahrungen sammeln, berichtet die «Bild»-Zeitung. Die Azubi-Stelle für den Rekordtorschützen macht Sinn. Gerade die Toreffizienz war zuletzt ein großes Problem der Fußball-Weltmeister.

Frankfurt/Main - Miroslav Klose wird Lehrling und Lehrmeister zugleich. 28 Monate nach dem WM-Triumph von Rio kehrt der deutsche Rekordtorschütze als Praktikant zur Fußball-Nationalmannschaft zurück.

Im Stab von Chefcoach Joachim Löw soll der 38-Jährige offenbar schon bei den Länderspielen in San Marino am 11. November und vier Tage später in seiner alten Wahlheimat Italien erste Erfahrungen für eine mögliche Trainerkarriere sammeln und seinen jungen Nachfolgern das Toreschießen beibringen. Einen Bericht der «Bild»-Zeitung wollte Kloses Management nicht kommentieren, eine Reaktion vom Deutschen Fußball-Bund steht noch aus.

Wenn Löw am Freitag seinen Kader für die letzten beiden Partien des Jahres bekanntgibt, würde die dann möglicherweise auch verkündete Azubistelle für den «ewigen Miro» alle anderen Personalentscheidungen in den Schatten stellen. Schmerzlich wurde ein Goalgetter von dessen Format vermisst und die Stürmerflaute zum Krisenthema bei der EM in diesem Sommer in Frankreich. «Der Schnitt liegt jetzt bei sieben oder acht Torchancen, die wir brauchen», hatte Löw schon nach der mühevollen Qualifikation bemängelt.

Dass Löw seinem früheren Lieblingsangreifer nun die Chance zum Einstieg in den Trainerjob gibt, ist also logisch. Noch am Montag hatte er nach seiner Vertragsverlängerung seine Hoheit in allen Fragen der Betreuerauswahl betont. «Ich habe die Freiheit und Entscheidungsgewalt, mein Team zusammenzustellen.» Die Sympathien für Klose hatte er schon nach dessen Rücktritt deutlich gemacht. Er habe bislang «kaum einen Spieler erlebt, der mehr für Bodenständigkeit, Bescheidenheit, Fairplay, Professionalität, Verlässlichkeit und Teamgeist steht», schwärmte der Weltmeister-Coach im August 2014.

Welche Rolle Klose konkret im DFB-Tross einnimmt, ist noch nicht bekannt. Offiziell als Trainer arbeiten kann er ohne Trainerschein nicht. Sinnvoll erscheint eine Spezialisierung auf die Ausbildung der Stürmer. Mit Marcus Sorg hatte Löw in der Vorsaison einen weiteren Assistenten neben Thomas Schneider installiert, um spezifischer mit bestimmten Mannschaftsteilen arbeiten zu können. Andreas Köpke ist als Torwarttrainer seit Jahren Bestandteil der sportlichen Leitung.

Kloses Schnupperzeit soll offenbar zumindest bis zum Confederations Cup im kommenden Sommer in Russland gehen, bei dem Löw gezielt junge Akteure turniertauglich machen will. Zuvor stehen auch noch die Länderspiele im März gegen England und in Aserbaidschan an. Eine Arbeit als Trainer hatte Klose häufiger als eine Option für die Zeit nach der aktiven Spielerkarriere genannt.

Klose hatte nach dem WM-Triumph 2014 in Rio nach einem knappen Monat Bedenkzeit seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Mit 71 Toren in 137 Länderspielen ist er DFB-Rekordtorschütze. Seine 16 Treffer sind zudem WM-Bestmarke. Bei seinem Club Lazio Rom hatte der 38-Jährige bis zu diesem Sommer noch gespielt. Seine aktive Karriere als Spieler hat er offiziell noch nicht beendet. Zuletzt war er mit dem SSC Neapel in Verbindung gebracht worden. Jetzt geht es erstmal mit dem Weltmeisterteam zurück nach Italien.

@ dpa.de

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