Fußball, Confederations Cup

Seit Tagen bestimmt Weltfußballer Cristiano Ronaldo mit seiner Steueraffäre und seinen angeblichen Wechselabsichten die Schlagzeilen.

20.06.2017 - 13:59:49

Nach Steuervorwürfen - Real-Präsident: Ronaldo wird bei Real Madrid bleiben. Jetzt hat der Präsident von Real Madrid erklärt: Er bleibt. Von massiver Rückendeckung für Ronaldo ist jedoch keine Rede.

Madrid/Moskau - Superstar Cristiano Ronaldo soll trotz seiner Steueraffäre und seiner mutmaßlichen Wechselabsichten auch in der kommenden Saison für den Champions-League-Sieger Real Madrid spielen. Das stellte Real-Präsident Florentino Perez in mehreren Interviews in Spanien klar.

«Ronaldo ist Spieler von Real Madrid und wird das bleiben», sagte er der spanischen Sportzeitung «Marca». Allerdings ist die Rückendeckung und Unterstützung für den Weltfußballer des Jahres längst nicht so groß, wie Ronaldo und sein Management dies Medienberichten zufolge immer wieder verlangen.

Gegen den 32 Jahre alten Stürmerstar, der zurzeit mit der Nationalmannschaft Portugals am Confed Cup in Russland teilnimmt, wird in Spanien wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Nach einer Anzeige der Staatsanwaltschaft soll Ronaldo zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Millionen Euro hinterzogen haben.

Laut Medienberichten soll Ronaldo am 31. Juli vor einem Richter in Madrid zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Sollte der Ermittlungsrichter nach der Anhörung die Eröffnung eines Strafverfahrens anordnen, droht dem 32-jährigen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren sowie eine Geldstrafe von 28 Millionen Euro. Ronaldo ist dabei nicht der einzige prominente Protagonist aus Portugal, der ins Visier der Steuerfahnder gerückt ist. Auch gegen Starcoach José Mourinho ist eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet worden. Der Trainer von Manchester United soll in seiner Zeit bei Real Madrid 3,3 Millionen Euro an Steuergeldern hinterzogen haben, berichtete die Zeitung «El Confidencial».

Ronaldo selbst und sein Management weisen die Vorwürfe zurück. Am Freitag erschienen in der «Marca» und vor allem in der portugiesischen Sportzeitung «A Bola» zudem Berichte, nach denen Ronaldo seine Wahlheimat Spanien und seinen Verein Real Madrid wegen der Ermittlungen verlassen wolle. Seitdem gibt es täglich Spekulationen über seinen Wechsel zu Paris St. Germain, Manchester United oder einem anderen finanzstarken Club. Der FC Bayern München hat ein mögliches Interesse an dem teuersten Spieler der Welt bereits offiziell dementiert und «in das Reich der Fabel» verwiesen.

Zu den Steuervorwürfen gegen Ronaldo sagte Perez: «Ich muss ihn verteidigen, was auch immer es kostet: als Spieler und auch als Mensch.» Jeder müsse «seine Steuer-Verpflichtungen erfüllen. Ich habe keine Zweifel, dass Cristiano in der Lage ist, sich zu verteidigen.» Nach seinen Informationen hätten Ronaldo und sein Management in Spanien «die gleichen finanziellen Maßnahmen getroffen wie zu seiner Zeit in England. Und dort hatte er nie Probleme.»

Auffällig an den Interviews des Real-Präsidenten ist jedoch, dass dort von einer massiven Rückendeckung für Ronaldo nicht die Rede ist. «Marca» selbst hatte nach dem Aufkommen der Wechselgerüchte noch geschrieben, dass Real Madrid alles unternehme, um Ronaldo «zu beruhigen». Perez sagte dazu bloß: «In den nächsten Tagen werde ich mit ihm reden.» Laut den Medienberichten der vergangenen Woche ist genau das Gefühl, von Real nicht ausreichend unterstützt zu werden, einer der Gründe, warum Ronaldo den Verein angeblich verlassen will.

Auch gegenüber dem spanischen Radiosender «Onda Cero» erklärte Perez geradezu lapidar: «Offensichtlich ist etwas passiert, was ihn gestört und seine Glaubwürdigkeit verletzt hat. Ich bin sicher, er wird uns das erzählen, und dann werden wir sehen.» Aktuell jedoch befinde sich Ronaldo «in einem wichtigen Turnier, dem Confederations Cup», sagte der Bauunternehmer. «Das ist noch nicht beendet, und ich möchte das portugiesische Team nicht stören». In seinem zweiten Gruppenspiel trifft der Europameister mit seinem Kapitän Ronaldo am Mittwoch auf Gastgeber Russland.

@ dpa.de

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