Fußball, WM

Nach der verpassten WM-Qualifikation ringt der italienische Fußball um einen Neustart.

15.11.2017 - 12:06:05

Ventura-Abschied steht bevor - Nach WM-Debakel: Carlo Ancelotti Wunschlösung in Italien. Coach Gian Piero Ventura gilt nach dem Debakel nicht mehr als haltbar. Auf der Liste möglicher Nachfolger ganz vorne steht: Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti.

Mailand - Die Rufe nach Carlo Ancelotti werden lauter. Nach dem italienischen WM-Debakel gilt der Ex-Bayern-Trainer offensichtlich als Wunschlösung für den Neuanfang bei der so tief gestürzten Squadra Azzurra.

Der Abschied des derzeitigen Nationaltrainers Gian Piero Ventura gilt indes nur noch als Formsache, dazu könnte bei den Krisentreffen der Verbandsspitze auch für Präsident Carlo Tavecchio ungemütlich werden. «Nach dem Desaster hat der Wunsch aller für die Trainerbank der Nazionale einen Vor- und Nachnamen: Carlo Ancelotti», schrieb die «Gazzetta dello Sport».

Die Nachfolge-Diskussion ist zwei Tage nach der Schmach von San Siro längst im Gange. Durch das 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Schweden hatte der viermalige Fußball-Weltmeister erstmals seit 60 Jahren wieder eine WM-Endrunde verpasst. Als Hauptschuldiger war Ventura ausgemacht worden, einen Rücktritt lehnte der Coach aber zunächst ab. Trotzdem gilt der 69-Jährige nach der historischen Pleite nicht mehr als haltbar.

Für Mittwoch hatte der Präsident des Fußballverbands FIGC, Carlo Tavecchio, eine Versammlung einberufen und «Entscheidungen für die Zukunft» angekündigt. Tavecchio selbst steht ebenfalls in der Schusslinie, scheint sich aber an seinen Posten zu klammern.

Laut «Gazzetta dello Sport» wäre ein Wechsel in der Führungsspitze des Verbands aber eine Bedingung für Ancelotti zu einem Engagement als Nationaltrainer. Es gibt aber auch Spekulationen, dass der Erfolgstrainer in England trainieren will. Die Londoner Clubs FC Chelsea und FC Arsenal sind im Gespräch.

Eigentlich hatte Ancelotti nach seinem Aus bei den Bayern Ende September angekündigt, sich eine Auszeit zu nehmen. Dass der Chefposten bei der Nationalelf so schnell frei wird, hätte der 58-Jährige auch kaum vermutet. Mit Ancelotti hätte die italienische Auswahl jedenfalls wieder einen namhaften Trainer, der reihenweise Erfolge vorweisen kann. Allein die Champions League gewann er dreimal, dazu holte er Meisterschaftstitel in Italien, England, Frankreich und Deutschland.

Neben Ancelotti steht unter anderem auch Venturas Vorgänger Antonio Conte im Gespräch. Nach dem Titelgewinn mit dem FC Chelsea geriet der Italiener zuletzt ein wenig in die Kritik. Gehandelt werden auch Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg) und Claudio Ranieri (Nantes) als mögliche Kandidaten.

Mit Blick auf Ventura ist klar: «Alle fordern den Rücktritt», schrieb «La Stampa» am Mittwoch. «Tuttosport» nannte die Haltung von Ventura «unfassbar». In die Diskussion hatte sich auch der Präsident des Olympia Komitees (CONI) in Italien, Giovanni Malagò, eingemischt. «Wäre ich an seiner Stelle, würde ich zurücktreten», sagte Malagò laut Nachrichtenagentur Ansa.

Ventura hatte das Ergebnis gegen die Schweden als «zentnerschwer» bezeichnet und mit der Aussage «Ich bin stolz, Teil der azurblauen Truppe gewesen zu sein» Verwirrung gestiftet. Später verneinte er, zurückgetreten zu sein, «weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe».

Nach dem bitteren Scheitern steht Italiens Fußball-Welt unter Schock. Größen wie Torwartlegende Gianluigi Buffon und Teamkollegen Daniele De Rossi und Andrea Barzagli hatten nach dem Spiel das Ende ihrer Nationalmannschaftskarrieren angekündigt. Der untröstliche Buffon hatte das Fehlen bei der WM als «Katastrophe» bezeichnet.

Womöglich warten im Sommer aber doch noch einige reizvolle Spiele für Italien. Nach Informationen des US-Fernsehsenders ESPN prüft der amerikanische Fußball-Verband die Möglichkeit eines Mini-Turniers oder einer Länderspielserie der WM-Frustrierten. Daran könnten neben Italien auch die für die WM nicht qualifizierten Top-Teams Niederlande, Chile, Ghana und die USA als Gastgeber teilnehmen. Die Spiele könnten demnach kurz vor dem Beginn der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ausgetragen werden.

@ dpa.de

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