Fußball, Bundesliga

Ein Punkt sei schon ein Fortschritt, betont der HSV nach dem 0:0 gegen Mainz.

08.05.2017 - 14:26:06

Djourou außen vor - HSV steuert auf dritte Relegation in vier Jahren zu. Reden sich die Norddeutschen ihre Leistungen schön? Viel anderes bleibt ihnen derzeit aber auch nicht übrig.

Hamburg - Topscorer Nicolai Müller noch verletzt, Bobby Wood außer Form und Aaron Hunt zu mutlos: Der Hamburger SV hat das Toreschießen verlernt. Zum 13. Mal in dieser Saison gelang den Norddeutschen auch gegen den FSV Mainz 05 kein Treffer.

«Wenn wir die Basis von gestern - die Leidenschaft, mit der wir verteidigt haben - mit nach Schalke nehmen, haben wir einen Vorteil», sagte Markus Gisdol. Es scheint, als wolle er allen Mut machen. Im Training ließ er die Reservisten ausschließlich Torabschlüsse trainieren. Erst 30 Treffer hat der HSV in dieser Saison geschafft, nur Schlusslicht Darmstadt unterbietet diesen Wert.

Das Problem im Torabschluss führt Gisdol auf die enorme Drucksituation zurück: «Wenn du dieses Spiel verlierst, bist du fast schon weg - machen wir uns nix vor.» Insofern sei der eine Punkt schon wichtig - auch als Zeichen an die Konkurrenz. Kritiker werfen dem Coach allerdings Schönrederei vor. «Ich habe Verständnis für die Kritik, aber die ganze Situation ist brutal schwierig», meinte Gisdol und erinnerte daran, dass der HSV von ganz unten aufgeholt habe. «In der Rückrundentabelle sind wir immerhin Achter».

Im Auswärtsspiel am Samstag bei Schalke 04 muss er erneut umbauen. Für den Gelb-gesperrten Mergim Mavraj wird Gideon Jung neben Kyriakos Papadopoulos in der Abwehrzentrale auflaufen. Trotz der Personalnot in der Innenverteidigung schloss Gisdol eine Begnadigung des suspendierten Ex-Kapitäns Johan Djourou aus: «Nein, die Tür ist zu. Die Entscheidung, die wir getroffen haben, steht.» Stattdessen stellt Gisdol lieber junge Spieler wie den 18-jährigen Schweizer Vasilije Janjicic auf. «Wenn die Jungs gut genug sind, können sie Unbeschwertheit reinbringen».

Wenig Hoffnung besteht bei Torhüter René Adler auf eine schnelle Rückkehr nach seinem Rippenbruch: «Bei René stehen diese Woche noch Untersuchungen an», erklärte Gisdol. Ersatzmann Christian Mathenia machte seine Sache aber gut, hielt sogar den einen Punkt fest.

Chancen auf das Saisonfinale gegen den VfL Wolfsburg haben Nicolai Müller (Innenbandriss) und Albin Ekdal (Muskelbündelriss). «Ich hoffe, dass beide spätestens nächste Woche voll ins Mannschaftstraining einsteigen können.» Eine erneute Fahrt ins Trainingslager wird es nun nicht mehr geben, habe aber in der Vorwoche viel gebracht. «Jeder hat dem anderen geholfen. Dass die nötige Sicherheit im Spiel nach vorne ein bisschen gefehlt hat, das hat jeder gesehen - das ist auch nicht ungewöhnlich für so eine Situation», erklärte Sportdirektor Jens Todt.

Um ganz sicher die dritte Relegation in vier Jahren zu vermeiden, muss der HSV mit nun 34 Punkten zweimal gewinnen. «Wir müssen knüppelhart trainieren, denn wir wollen nicht in die Geschichtsbücher eingehen, erstmals abzusteigen», sagte Mathenia. Auch Ingolstadt (30 Punkte) auf Rang 17 kommt inzwischen bedrohlich nahe. «Wir verlieren auf keinen Fall die Nerven», betonte Todt. «Gegen Schalke rechnen nicht viele mit uns, da müssen wir alles raushauen», meinte Mathenia.

@ dpa.de

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