Fußball, Champions League

Dortmund - Geschockt vom Terror-Akt muss Borussia Dortmund auch nach einer emotionalen Trotzreaktion das Aus im Champions-League-Viertelfinale befürchten.

12.04.2017 - 20:44:06

24 Stunden nach Schockerlebnis - BVB droht nach 2:3 gegen AC Monaco Champions-League-Aus

Nach einer couragierten Vorstellung kassierte der BVB gut 24 Stunden nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus in einem psychisch extrem schwierigen Spiel am Mittwoch ein 2:3 (0:2) gegen den starken französischen Spitzenreiter AS Monaco und hat damit im Rückspiel am 19. April nur noch geringe Chancen auf das Weiterkommen. Trotzdem zeigten die BVB-Profis nach den schlimmen Ereignissen eine beeindruckende Energieleistung.

Schon in der ersten Halbzeit gerieten die Dortmunder vor 65 849 Zuschauern trotz großem Engagement nach einem - allerdings irregulären - Treffer von Kylian Mbappé (19.) sowie einem Eigentor von Sven Bender (35.) auf die Verliererstraße. Dazu vergaben die Monegassen noch einen Foulelfmeter durch Fabinho (17.). Nach dem Seitenwechsel schöpften die Schwarz-Gelben durch ein Tor von Ousmane Dembélé noch einmal Hoffnung (57.), ehe Mbappé erneut zuschlug (79.). Shinji Kagawa konnte für die Gastgeber noch einmal verkürzen (84.).

«Wir spielen heute nicht nur für uns. Wir spielen für alle. Egal, ob Borusse, Bayer oder Schalker. Wir wollen zeigen, dass Terror und Hass unser Handeln niemals bestimmen dürfen», hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Mannschaft auf das Spiel noch eingeschworen. Er wisse, dass es für die Spieler extrem schwer sei, einen Vorwurf werde ihnen aber niemand machen. Watzke saß auf der Tribüne neben reichlich Prominenz wie Innenminister Thomas de Maizière, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder DFB-Boss Reinhard Grindel. «Wir wollen, dass solche Spiele stattfinden, wir wollen dem Terror nicht weichen», sagte de Maizière dem TV-Sender Sky.

Erst einmal wurde es emotional. Die Kult-Hymne «You'll never walk alone» wurde vor dem Anpfiff von den Rängen noch etwas lauter gesungen, dazu hatten die Fans auf der Südtribüne in einer riesengroßen Choreographie ein überdimensionales BVB erzeugt. Vom Anpfiff weg wurde die Dortmunder Mannschaft frenetisch angefeuert. Vor dem Fernseher fieberte Marc Bartra mit, der Spanier war bei dem Anschlag mit drei Sprengsätzen am Dienstag an der Hand und am Arm scher verletzt und bereits operiert worden.

Und es begann zunächst gar nicht schlecht. Von Verunsicherung war zunächst nichts zu sehen. Die Dortmunder ließen den Ball in ihren Reihen zirkulieren und suchten den Weg zum Tor der Gäste. Dabei hatte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang gleich die Chance zur Führung. Nach feinem Zuspiel von Lukasz Piszczek setzte der Gabuner den Ball knapp über das Tor (11.).

Mit zunehmender Spieldauer zeigte der französische Spitzenreiter aber, dass er ein exzellentes Angriffsspiel vorweisen kann. So konnte Sokratis seinen Gegenspieler Mbappé nur mit einem Foul stoppen, den fälligen Elfmeter setzte Fabinho aber neben das Tor. Doch nur zwei Minuten später war es passiert: Monaco, das in der Liga schon 88 Tore produziert hat, konterte den BVB über Bernardo Silva und Lemar eiskalt aus. Doch Torschütze Mbappé stand eigentlich im Abseits. Und es kam noch schlimmer: Nach einer Flanke von Andrea Raggi setzt Bender den Ball per Kopf ins eigene Tor. Es waren zwei Wirkungstreffer, die den BVB bis zur Pause beschäftigten.

Nach dem Seitenwechsel kam die Mannschaft von Thomas Tuchel allerdings mit frischen Kräften (Nuri Sahin und Christian Pulisic) und neuem Mut aus der Kabine. Und die Chancen ließen auch nicht auf sich warten. Dembélé setzte erst einen Freistoß neben das Tor (47.), dann wird sein Schuss aus kurzer Entfernung abgeblockt (53.). Im dritten Anlauf gelingt dem Flügelstürmer aber das Tor. Diesmal musste er den Ball nur noch über die Linie drücken, nachdem er von Aubameyang und Shinji Kagawa in Szene gesetzt wurde.

In der Folgezeit drängte der BVB weiter, war aber auch anfällig für Konter. Einen davon nutzte erneut Mbappé. Doch die Tuchel-Elf kam noch einmal durch Kagawa zurück. So entwickelte sich eine hochspannende Schlussphase.

Vor dem Stadion hatte die Polizei mit deutlich erhöhtem Aufgebot auf die Vorkommnisse vom Vortag reagiert, auch die Einlasskontrollen wurden verschärft.

@ dpa.de

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