Fußball, Bundesliga

Der «Trainer des Jahres» ist beim FC Augsburg Geschichte.

14.12.2016 - 15:58:05

«Unterschiedliche Auffassungen» - FC Augsburg trennt sich von Trainer Dirk Schuster. Nach gerade einmal 166 Tagen muss Coach Dirk Schuster völlig überraschend gehen. Unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Ausrichtung sollen den Ausschlag gegeben haben. Der Nachfolger kommt aus dem Nachwuchs.

Augsburg (dpa) - Völlig überraschend und nach gerade einmal 166 Tagen hat sich der FC Augsburg von «Trainer des Jahres» Dirk Schuster getrennt. Komplett unvermittelt verkündete der Tabellen-13. der Fußball-Bundesliga die Freistellung des Nachfolgers von Erfolgstrainer Markus Weinzierl.

«Nach eingehender Analyse der aktuellen sportlichen Situation sind die Verantwortlichen des FC Augsburg zu der Erkenntnis gelangt, dass unterschiedliche Auffassungen über die weitere sportliche Ausrichtung und die Art und Weise, wie der FCA Fußball spielen will, herrschen», teilte der FC Augsburg weiter mit. Zusammen mit dem 48-jährigen Schuster müssen auch seine Co-Trainer Sascha Franz und Frank Steinmetz mit sofortiger Wirkung gehen.

Bis auf Weiteres werde nun der Cheftrainer des FCA-Nachwuchses, Manuel Baum, Schusters Nachfolge übernehmen. Er soll bereits am Mittwochnachmittag die erste Trainingseinheit leiten. Als Assistent wird dem 37-Jährigen zumindest bis zur Winterpause U19-Trainer Alexander Frankenberger zur Seite stehen.

Auf den FCA warten im Jahresendspurt noch zwei ganz schwierige Herausforderungen. Am 17. Dezember empfangen die Fuggerstädter Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach, am 20. des Monats müssen sie bei Vizemeister Borussia Dortmund antreten.

Der FC Augsburg hatte sich Schuster, den vom Fachmagazin «Kicker» und Sportjournalisten zum «Trainer des Jahres» 2016 gekürten Übungsleiter, im Sommer einiges kosten lassen. Der damalige Coach von Überraschungsaufsteiger SV Darmstadt 98 hatte dem Vernehmen nach erst gegen eine Zahlung von rund 1,1 Millionen Euro die vorzeitige Freigabe erhalten und die Nachfolge von Weinzierl angetreten.

Die Augsburger wähnten Schuster als idealen Nachfolger. Der frühere Nationalspieler hatte schließlich mit überschaubarem Budget bei den Stuttgarter Kickers und schließlich in Darmstadt erfolgreich gearbeitet. Schuster sollte nun Weinzierl vergessen machen.

Sein Vorgänger habe «die Messlatte hochgelegt», hatte Schuster bei seiner Vorstellung am 15. Juni eingeräumt. An Überzeugung mangelte es dem ehemaligen Abwehrspieler keineswegs. «Ich erwarte eine hohe Einsatzbereitschaft», betonte Schuster, der einen Vertrag bis zum Sommer 2019 erhielt, «wenn die nicht gegeben ist, kann ich ungemütlich werden.»

Ungemütlich waren für Schuster die vergangenen Wochen. Sein FCA musste verletzungsbedingt auf wichtige Offensivkräfte wie Raul Bobadilla, Caiuby und Alfred Finnbogason verzichten. Vor heimischem Publikum holten die Augsburger in der Bundesliga nur einen Sieg, hier und dort gab es Murren über die Spielweise.

Dennoch hielt Schuster die bayerischen Schwaben klar auf Kurs Klassenverbleib. In den vergangenen vier Bundesligaspielen blieb der FCA jedoch sieglos. Das völlig unnötige 0:1 beim Hamburger SV war nun Schusters Abschiedsvorstellung.

@ dpa.de

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