Fußball, Europa League

Das kleine Wunder hatte Schalke 04 fast schon geschafft, dennoch verpassten die Königsblauen den Einzug ins Europa-League-Halbfinale.

21.04.2017 - 13:26:06

Europa-League-Aus - Schalke 04 hadert mit dem Fußball-Gott. Danach haderten sie mit dem Schicksal.

Gelsenkirchen und Guido Burgstaller (56.) aufgeholt. Caliguiri (101.) schoss in Überzahl nach Gelb-Rot für Joël Veltman (80.) das vermeintliche Tor ins Halbfinale. Nick Viergever (111.) und der frühere U21-Nationalspieler Amin Younes (120.) ließen alle Träume platzen.

«110 Minuten haben wir einen Freudentaumel sondergleichen erlebt. Manchmal ist der Fußballgott nicht gerecht», meinte Höwedes. Und der wieder starke Torhüter Fährmann sagte: «Bitterer geht es nicht. Die Mannschaft ist am Boden zerstört. Aber wir haben gezeigt, was das Schalker Herz zu leisten im Stande ist.» Klaas-Jan Huntelaar erklärte nach seinem letzten Europacup-Spiel für Schalke gegen seinen früheren (und wohl auch künftigen Verein): «Das war ein fürchterliches Ende eines tollen Spiels. Ich bin ganz bitter enttäuscht.»

Immerhin gelang der Mannschaft die Versöhnung mit den Fans, zumindest auf Zeit. Die feuerten das Team nach anfänglicher Skepsis bedingungslos an und applaudierten ihm nach kurzer Schockstarre nach dem Schlusspfiff. Das ultimative Lob kam dann vom Kapitän der legendären UEFA-Cup-Sieger von 1997. «Die Spieler stehen nicht als Verlierer da, sondern als echte Eurofighter», sagte Olaf Thon. «Sie haben gekämpft bis zum Schluss und sind absolut über ihre Schmerzgrenze gegangen. Das hat gezeigt, dass der Geist der Eurofighter in ihnen steckt.»

Die Generation von 1997 bleibe zwar die einzig wahre Eurofighter-Generation, weil sie den Titel gewonnen habe. «Aber sie kommen näher», sagte Thon, der heute als Repräsentant des Vereins arbeitet: «Es ist nur eine Frage der Zeit. Irgendwann wird es so weit sein.»

Thon fordert nun aber einen Endspurt in der Fußball-Bundesliga. «Schalke muss sich darauf konzentrieren, möglichst noch Sechster oder Siebter zu werden, um wieder international dabei zu sein», erklärte er: «Denn dort spielt die Musik, dort finden die Feiertage statt.»

Höwedes fiel der Blick auf den Liga-Alltag zumindest am Donnerstag schwer. «In der Liga sind wir weit weg von dem, was wir uns vorgenommen haben», sagte er: «Die Europa League war für uns eine Riesenchance, die Saison vergessen zu machen oder zu einem guten Ende zu bringen.»

Sie vergaben sie auf gleichsam unnötige wie unglückliche Art und Weise. Typisch Schalke eben.

@ dpa.de