Fußball, Bundesliga

Bremen - Werder Bremen hat Torsten Frings die Rückkehr ins Weserstadion vermiest.

04.03.2017 - 18:29:19

Doppelpack von Kruse - Werder verdirbt Frings-Rückkehr nach Bremen mit 2:0-Sieg. Der im September als Co-Trainer der Bremer beurlaubte Frings kassierte als Chefcoach des Bundesliga-Letzten Darmstadt 98 eine unglückliche 0:2 (0:0)-Niederlage.

Bremen - Torsten Frings ging nach dem Abpfiff mit versteinerter Miene aufs Spielfeld, klatschte seine Spieler ab und quatschte noch kurz mit dem ein oder anderen Ex-Mitspieler. Der langjährige Bremer hatte schlechte Laune.

Verständlich, denn trotz einer sehr starken ersten Halbzeit und einiger Chancen endete seine Rückkehr ins Weserstadion mit einer bitteren 0:2 (0:0)-Niederlage. «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer dass wir aus der Überlegenheit keine Tore gemacht haben», sagte Frings nach dem erneuten Rückschlag für den von ihm seit der Winterpause trainierten SV Darmstadt SV. «Wir sind niedergeschlagen, denn es war mehr drin.»

Während die Bremer durch den dritten Sieg in Serie erneut drei wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg feierten, besteht für den Ex-Bremer Frings die auswärts weiter punktlosen Darmstädter trotz guter Leistung kaum noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Werder traf vor rund 41 000 Zuschauern zweimal durch Max Kruse, einmal per Foulelfmeter (75. Minute) und einmal nach Konter (90.+2). Vor dem Spiel des Hamburger SV am Sonntag liegt Bremen fünf Punkte über dem Relegationsrang.

Frings wurde vor seinem siebten Spiel als Erstliga-Chefcoach mit lautem Applaus von den Bremer Zuschauern begrüßt - und er winkte noch kurz vor dem Anpfiff lässig zurück. Anschließend erlebte der 40-Jährige in seiner langjährigen Heimat als Spieler und als Co-Trainer eine sehr mutige Darbietung seines Teams. «Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft viel vorgenommen hat für den Trainer», sagte Bremens Robert Bauer.

Darmstadt präsentierte sich erstaunlich offensiv und erspielte sich in der Anfangsphase gute Möglichkeiten. Frings' ehemaliges Team ließ den Tabellenletzten die erste Halbzeit klar dominieren und kam erst nach dem Seitenwechsel ein bisschen besser ins Spiel. «Wir waren über die gesamte erste Halbzeit klar besser», kommentierte Darmstadts Marcel Heller und klagte mit derben Worten über «Scheiße am Fuß».  

Torwart Daniel Heuer Fernandes, der für den verletzten Stammkeeper Michael Esser spielte, erlebte eine fast beschäftigungslose erste Hälfte. Im Werder-Tor stand wieder Felix Wiedwald, und der in Bremen nicht unumstrittene Keeper überzeugte nach zwei starken Vorstellungen im Tor erneut - oder besser ausgedrückt: Er musste.

Wiedwald hatte reichlich zu tun und rettete schon in der dritten Minute reaktionsschnell gegen einen harten Kopfball von Aytac Sulu. Schon fünf Minuten später half der Pfosten bei einem Kopfball von Antonio Colak, es war Darmstadts zweitbeste Chance des gesamten Spiels. «Für die erste Halbzeit möchte ich mich entschuldigen und für die zweite bedanken», sagte Werder-Coach Alexander Nouri.

Werder zeigte wieder einmal erschreckende Probleme in der Defensive. Enttäuschend war auch die Darbietung des routinierten Pizarro. Der 38 Jahre alte Angreifer setzte sich nur selten durch. Bezeichnend war, dass die erste Werder-Chance erst zwei Minuten nach dem Wechsel zu erkennen war und Pizarro dabei nach Flanke von Kruse aus fünf Metern freistehend neben den Pfosten köpfelte.

Immerhin holte Pizarro nach Attacke von Sulu den Strafstoß heraus, den Kruse ganz sicher und unhaltbar für Heuer Fernandes verwandelte. «Über den Elfmeter müssen wir nicht reden, das war ein klares Foul», sagte Frings. Genauso cool blieb Kruse bei seinem zweiten Tor, das er unmittelbar vor dem Abpfiff nach schöner Vorlage von Fin Bartels erzielte.

@ dpa.de

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