Basketball, NBA

Dirk Nowitzki ist gar nicht dabei, die anderen deutschen NBA-Profis starten die Playoffs eher als Außenseiter.

14.04.2017 - 11:22:05

Deutsche Nummer eins - Schröder vor NBA-Playoffs: «Können jeden schlagen». Dennis Schröder präsentiert sich dennoch gewohnt selbstbewusst. Die Favoriten kommen aus Kalifornien.

Atlanta - In den ersten NBA-Playoffs ohne Dirk Nowitzki seit vier Jahren will Dennis Schröder als deutsche Nummer eins auftrumpfen.

Trotz einer durchwachsenen Saison seiner Atlanta Hawks startet der Jungstar mit einer deutlichen Kampfansage in die K.o.-Runde der besten Basketball-Liga der Welt. «Wir können jeden schlagen, der uns in den Weg kommt», kündigte der Aufbauspieler vor dem Auftakt des Erstrundenduells bei den Washington Wizards am Sonntag (19.00 Uhr) gewohnt selbstbewusst an. «Wir werden bereit für die Playoffs sein.»

In seiner vierten NBA-Saison startet Schröder die heiße Saisonphase erstmals als Führungsspieler und Mitglied der Anfangsformation. Mit 17,9 Punkten pro Partie stieg der 23-Jährige während der Hauptrunde zum zweitbesten Werfer der Hawks auf - und trug angesichts Verletzungen von Schlüsselspielern wie Paul Millsap häufig die Hauptverantwortung. «Ich habe es schon vorher gesagt: Es müssen nur alle Spieler zurückkommen, dann sind wir ein gefährliches Team. Jetzt versuchen wir, uns von Spiel zu Spiel zu verbessern», sagte Schröder.

Als fünftplatziertes Team der Eastern Conference erwartet Atlanta ein Duell auf Augenhöhe mit Washington, das die reguläre Saison auf Rang vier beendete. Paul Zipser geht mit seinen Chicago Bulls hingegen als klarer Außenseiter in die Begegnung mit dem Ost-Sieger Boston Celtics.

Erst am letzten Spieltag schaffte der sechsmalige NBA-Champion den Sprung in die Playoffs. Auch dank seines überragenden deutschen Rookies. Zipser stellte mit 21 Punkten beim 112:73 gegen die Brooklyn Nets einen persönlichen Rekord auf. «Ich bin sehr zufrieden mit ihm, er hat auf einem sehr hohen Level gespielt», sagte Bulls-Trainer Fred Hoiberg über den früheren Profi des FC Bayern München.

Der dritte Deutsche in der NBA kann hingegen seinen Urlaub früher als geplant antreten. Nowitzki verpasste in seiner 19. NBA-Saison mit den Mavs erst zum vierten Mal die K.o.-Runde. Nach einem schwachen Start und anhaltenden Achillessehnenproblemen kam der Würzburger zum Ende allerdings immer besser in Schwung - und bestätigte in den Abschluss-Interviews seine definitive Rückkehr für die kommende NBA-Saison.

Der 38-Jährige liebäugelt sogar mit einer noch längeren Karriere. «Ich muss schauen, wie mein Körper nächstes Jahr reagiert», sagte Nowitzki. «Wenn ich mich so fühle wie am Ende dieser Saison, denke ich, dass ich noch eine weitere Saison danach spielen kann - aber das lasse ich offen.»

In den Playoffs hätten die Mavs ohnehin nicht zu den Favoriten gehört. Die Bürde des größten Titelanwärters trägt die Startruppe der Golden State Warriors um Stephen Curry und Kevin Durant, die zunächst auf Portland trifft. «Gegen die besten Spieler der Welt auf der größten Bühne anzutreten, das ist das Ziel für jeden Spieler», sagte Neuzugang Durant, der mit den Kaliforniern seinen ersten Titel holen will.

Ganz anders die Ausgangslage beim Vorjahreschampion Cleveland Cavaliers, der 2016 noch im Finale die Warriors bezwungen hatte. Nun verfehlte das Team um Superstar LeBron James hinter Boston den Spitzenplatz in der Eastern Conference. Alles vergessen für James. «Ich war sechsmal nacheinander in den Finals», verkündete der 32-Jährige großspurig. «Ich bin der Letzte, der über reguläre Saisonspiele nachdenkt.»

@ dpa.de

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